Der konservative Spitzenkandidat Fredrik Reinfeldt ist am Sonntag mit einem Zuwachs von zehn Prozentpunkten auf insgesamt 25,4 Prozent als klarer Sieger aus den Reichstagswahlen hervorgegangen. Ob der Erfolg von Reinfeldts Moderater Sammlungspartei für die Ablösung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Göran Persson reicht, war in der Wahlnacht auch nach den ersten Hochrechnungen wegen eines äußerst knappen Abstandes zwischen Regierung und Opposition noch unklar. Die in Schweden seit 80 Jahren stets dominierenden Sozialdemokraten erzielten mit 36,3 Prozent 3,5 Prozentpunkte weniger als 2002.

Nach der noch nicht zuverlässigen Hochrechnung des Fernsehens entfielen auf die Mitte-Rechts-Allianz Reinfeldts 47,3 und auf Perssons Regierungslager 47 Prozent. Die Allianz würde damit 175 und das Regierungslager 174 Sitze im neuen Reichstag bekommen.

Die zur Allianz gehörende Zentrumspartei legte um 1,1 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent zu. Die im Schlussspurt des Wahlkampfes in einen Hackerskandal verwickelte liberale Volkspartei verlor fünf Prozentpunkte und kam auf 8,4 Prozent. Die Christdemokraten fielen um 2,7 auf 6,4 Prozent zurück.

Im Regierungslager steigerte sich die Umweltpartei um 0,2 auf 4,8 Prozent. Die Linkspartei verlor 2,5 Prozentpunkte und kam auf 5,9 Prozent. Eine Bestätigung der erwarteten 36,3 Prozent wären das schlechteste Ergebnis für Schwedens Sozialdemokraten seit Beginn demokratischer Wahlen vor mehr als 80 Jahren. Die Partei hat in 65 der letzten 74 Jahre den Regierungschef gestellt. Letzter bürgerlicher Ministerpräsident war der Konservative Carl Bild 1991 bis 1994.

Die Wahlbeteiligung lag mit 79,8 Prozent knapp unter der 2002 mit 80,1 Prozent. Im Fernsehen hieß es, dass die endgültige Entscheidung über die Mehrheit unter den 349 Abgeordneten im neuen Stockholmer Reichstag möglicherweise erst Anfang der Woche nach Auszählung aller Briefstimmen fallen könnte.