Nach dem unblutigen Militärputsch in Thailand sehen die großen Reiseveranstalter zurzeit keine Gefahren für deutsche Urlauber. Die Ausflugsprogramme würden fast ohne Änderungen angeboten, berichteten Unternehmen wie TUI oder Dertour. Das Auswärtige Amt in Berlin gab bis Mittwoch keine Reisewarnung, allerdings einige Verhaltenstipps. Besonders aus den Badeorten wie auf Phuket hieß es: Der Urlaub geht weiter wie vorher. Die Lufthansa flog den Flughafen Bangkok planmäßig an, teilte das Unternehmen mit.

Mit der TUI, dem deutschen Marktführer, sind derzeit rund 400 Urlauber in dem südostasiatischen Urlaubsland. Allerdings sei nur der kleinste Teil davon in der Hauptstadt Bangkok, wo der Machtwechsel stattfand, sagte TUI-Sprecher Kuzey Esener am Mittwoch. Die Hauptreisezeit aus Deutschland beginne erst im November, hieß es bei TUI. Kostenlose Stornierungen bietet der Veranstalter zunächst nicht an. Alle Reisen sollten wie geplant stattfinden. Stadtrundfahrten durch Bangkok wurden allerdings gestrichen.

Dertour und Meier's Weltreisen, nach eigenen Angaben deutsche Marktführer für Asien-Reisen, dagegen offerieren für die nächsten Abreisetage bis 24. September kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen. Derzeit seien rund 2200 Gäste mit den Anbietern in Thailand, teilten sie in Frankfurt am Main mit. Bisher wollten alle Urlauber ihre Reisen fortsetzen. Auch hier wurden die Stadtrundfahrten in Bangkok für Mittwoch abgesagt.

Europas zweitgrößter Tourismuskonzern Thomas Cook sah weder Gefahren für Urlauber noch Anlass für Stornierungsangebote. »In den touristischen Gebieten ist es komplett ruhig«, sagte Vorstandschef Thomas Holtrop am Mittwoch in Köln am Rande einer Tourismus-Fachtagung. Nach Angaben eines Sprechers hat das Unternehmen 664 Gäste aus Deutschland in Thailand. Die Saison fange dort erst an. Kostenlose Stornierungen wie bei größeren Anschlägen im Ausland oft üblich gebe es nicht.

Beim Auswärtigen Amt in Berlin hier es: »Nach gegenwärtigem Stand wird nicht zur Ausreise aus Thailand geraten.« Deutschen Staatsangehörigen werde aber empfohlen, die Entwicklung der aktuellen Lage über die Medien zu verfolgen und sich insbesondere in Bangkok vorsichtig zu bewegen. Menschenansammlungen seien zu meiden, im Zweifel sollten Urlauber im Hotel bleiben.

Aus seiner Tauchschule auf Phuket berichtete Jürgen Schwenker der dpa-Hörfunkagentur rufa, das Strandleben gehe weiter wie immer. »Wir sind rausgefahren zum Tauchen wie viele andere Tauchschulen auch.« Am Strand gingen Eltern mit Kindern spazieren. »Für uns sieht das aus wie jeden Tag.« Nach thailändischen Angaben reisten 2005 knapp 370000 Menschen aus Deutschland über den Flughafen Bangkok International ins Land ein.