Wenn Sie demnächst auf eine Party eingeladen sind, auf der keine rechte Stimmung aufkommen will, dann sorgen Sie doch selbst mal etwas für Belebung. Dazu brauchen Sie nur die anwesenden 30- bis 50-Jährigen in eine Diskussion verwickeln, die Sie mit dem schlichten, freundlichen Satz: "Also, wie kann man denn heute noch eine Immobilie kaufen, das rechnet sich doch hinten und vorne nicht mehr", beginnen.

Ich garantiere Ihnen, dass binnen Minuten die Atmosphäre derart hochkocht, dass die Fete jedem Teilnehmer für Jahre in Erinnerung bleibt. Die Chance dafür steigt ganz beträchtlich, wenn der Gastgeber in einer dieser typischen Einfamilienhaussiedlungen im Grünen wohnt und er viele Nachbarn eingeladen hat.

Nur wenn es gute Freunde sind, bei denen Sie wieder eingeladen werden möchten, sollten Sie dieses Vorhaben vielleicht noch einmal durchdenken. Tatsache ist, dass es kaum ein Thema im Bereich Geld gibt, das so stark polarisiert.

Die eigenen vier Wände sind der Deutschen liebstes und gleichzeitig ehrgeizigstes Vermögensziel. Kaum jemand aus der erwähnten Altersgruppe, der nicht irgendwann mit dem Kauf eines Hauses oder zumindest einer Eigentumswohnung liebäugelt oder das Vorhaben bereits in die Tat umgesetzt hat. Und gerne gibt das Argument, dass die eigenen vier Wände die beste Art der Altersvorsorge sind, am Ende den Ausschlag.

In Wirklichkeit ist aber die Gefahr groß, dass man mit dem Kauf einer Immobilie in Sachen Altersvorsorge mehr falsch als richtig macht und seinen Lebensabend auf Sand baut – viel größer jedenfalls, als die meisten ahnen. Zunächst einmal will kaum ein potenzieller oder tatsächlicher Bauherr oder Immobilienkäufer wahrhaben, dass das eigene Dach über dem Kopf eine ziemlich teure Angelegenheit ist. Zur Miete zu wohnen und seine Ersparnisse in Aktien, Anleihen und fremdvermietete Immobilien zu investieren, ist in den meisten Fällen wesentlich rentabler und von daher schon mal die bessere Art der Altersvorsorge.

Dazu eine einfache Rechnung: Nehmen wir an, eine gut ausgestattete Neubau- oder sanierte Altbauwohnung mit drei Zimmern in mittlerer bis guter Stadtlage sei für eine Netto-Kaltmiete von 10 Euro pro Quadratmeter zu haben. Je nach Standort kann sie aber auch deutlich günstiger sein. Im Beispielfall sind pro Jahr 120 Euro pro Quadratmeter zu zahlen. Mit diesem Geld kann der Mieter, einen Hypothekenzins von vier Prozent und Tilgungsraten von einem Prozent vorausgesetzt, einen Kaufpreis von noch nicht mal 2500 Euro pro Quadratmeter finanzieren – und für diesen Betrag lässt sich in vergleichbarer Wohnqualität so gut wie nichts bekommen.

Wohnungen wiederum, die für diesen Preis zu haben sind, bringen, wenn sie vermietet werden, nur deutlich niedrigere Mieten ein. Umgekehrt sind zwar in einzelnen Metropolen wie etwa Frankfurt, Hamburg und München hohe Mieten, etwa 15 bis 20 Euro in teuren Lagen, keine Seltenheit. Doch dort sind auch die Bau- oder Kaufpreise pro Quadratmeter überdurchschnittlich hoch. Wie man es dreht und wendet: Letztlich verschiebt sich in der Regel nur die Relation zwischen günstiger Miete und teurem Kauf.