Nach dem Abitur 1965 entschied ich mich, nicht Trompeter, sondern Ingenieur zu werden. Diese Entscheidung habe ich nie bereut. Bis heute macht es mir unbändigen Spaß, nicht für den Lebensunterhalt, sondern zur Freude des Publikums zu spielen.

Ich mag den klassischen Jazz, dessen hohe Zeit zwischen 1920 und 1945 war. Mir läuft immer ein Schauder den Rücken hinunter, wenn ich die alten, verkratzten Platten mit diesem geradezu unheimlichen Schwung höre: Louis Armstrong, Bix Beiderbecke, Duke Ellington. Und dann versucht man natürlich, es ihnen nachzutun.

Können Sie sich vorstellen, wie es ist, wenn die Zuhörer nach einem Solo applaudieren? Wenn der Schlussbeifall aufbrandet? Wenn die Fragen kommen nach dem nächsten Konzerttermin oder gar nach der CD, die es natürlich immer noch nicht gibt?

In weniger guten Momenten kommen andere Fragen. Da heißt es dann: „Können Sie auch Ice Cream spielen?“ Das muss man aushalten.

Die Generation der Jazzhörer ist sehr homogen, es sind fast nur Achtundsechziger. Damals haben sie Chris Barber gehört. Die Jugend von heute interessiert sich kaum für diese Musik – eher für die Tatsache, dass sie ohne Elektronik auskommt.

Überhaupt das Hören: Wer spielen will, muss hören. Ein Jazzer verbringt anfangs viel Zeit mit den alten Aufnahmen. Er vergleicht die Bands miteinander, versucht die Feinheiten der Solisten zu erkennen und seinen eigenen, persönlichen Geschmack herauszubilden. Und dann muss er natürlich, was manchmal vergessen wird, sein Instrument technisch beherrschen.