In der hessischen Kleinstadt Dietzenbach hat die Stadtverordneten- versammlung mit den Stimmen der regierenden CDU-Fraktion und einer Abgeordneten der Republikaner die Deutschpflicht in Kindergärten beschlossen. Außerdem müssen in Zukunft die Pädagogen vor jedem Kindergarten eine Deutschlandfahne hissen und in den Räumen ein Porträt des Bundespräsidenten anbringen. Gegen die neue Regelung protestierte neben den Oppositionsparteien auch der amtierende CDU-Bürgermeister Stephan Gieseler.

Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Stadtparlament, Helmut Butterweck sagte der taz , er sehe in den beschlossenen Maßnahmen die einzige Möglichkeit, "die Integration der ausländischen Kinder frühzeitig zu befördern". Gerade die Einwanderer der zweiten und dritten Generation müssten jetzt endlich Wurzeln schlagen. Dazu trage das Erlernen der deutschen Sprache schon im Kindergarten wesentlich bei. Über Integration spreche man besser überparteilich und in ruhiger Atmosphäre", glaubt jedoch Bürgermeister Gieseler.

Noch in den neunziger Jahren sollte Dietzenbach unter einer rot-grünen Stadtregierung zu einer multikulturellen Vorzeigegemeinde werden. Doch vor allem im Stadtteil Spessartviertel scheiterten – auch nach Ansicht der Initiatoren – viele Integrationsprojekte. Dort leben 3000 Bewohner aus 50 verschiedenen Ländern. In der Vergangenheit war es dort zu gewalttätigen Angriffen jugendlicher Ausländer gegen die Polizei gekommen.

Vor Dietzenbacher Kindergärten wird zukünftig die deutsche Fahne gehisst.Diskutieren Sie mit!