Sagen Ihnen die Namen Blackstone oder Permira etwas? Wahrscheinlich nicht. Aber vielleicht die Bezeichnung "Heuschrecken" . SPD-Chef Franz Müntefering prägte sie als Sammelbegriff für die Beteiligungsgesellschaften aus dem angelsächsischen Raum, und zu denen gehören auch Blackstone und Permira. Heuschrecken deshalb, weil Finanzgesellschaften, wie diese beiden, billig in Unternehmen einsteigen, sie in Teile zerschlagen, gemäß Müntefering-Denke quasi ausrauben und, nachdem sie ihren Reibach gemacht haben, weiterziehen.

Dabei ist etwas aus dem öffentlichen Blick geraten, dass Blackstone & Co. hierzulande nicht nur Unternehmen, sondern auch größere Immobilienbestände und -gesellschaften aufkaufen. Moment, wird der eine oder andere jetzt sagen. Wenn so smarte, renditeorientierte Amerikaner und Engländer ihr Geld in deutsche Immobilien investieren - dann kann der Besitz von Betongold nicht so schlecht sein wie in dieser Kolumne zuletzt behauptet wurde .

Nun, abgesehen davon, dass die Immobilienanlage hier nicht in Bausch und Bogen verurteilt worden ist, gibt es einen wichtigen Unterschied: Bislang war ausschließlich von den eigenen vier Wänden die Rede.

Wenn man denn den Vergleich mit den Profis sucht, sollte man auch deren Anlagekonzept unter die Lupe nehmen. Selbst wenn das im großen Stil etwas komplizierter ist, als es sich hier in aller Kürze darstellen lässt: Sie konzentrieren sich auf die Standorte und Objekte, die die besten Renditechancen versprechen. In aller Regel sind das Objekte, in die man aufgrund der eigenen Wohnbedürfnisse nie selbst einziehen würde oder könnte. Zum Beispiel, weil es vielleicht eine kleine Zweizimmerwohnung in München-Schwabing ist. Deutlich lukrativer sind sogar Objekte, die lediglich gewerblich genutzt werden können - also Büros, Lagerhallen oder Einzelhandelsflächen. Sechs bis acht Prozent pro Jahr sind dann keine Seltenheit, bei einem Top-Investment sind mitunter sogar zehn Prozent drin, wobei dann aber auch das Risiko in Form von einbrechenden Mietpreisen und Leerstand deutlich höher ist. Dennoch: Da sagen dann auch Profi-Investoren nicht nein.

Das relativiert auch den Einwand, dass man als Privatanleger, wenn man in eine fremd genutzte Immobilie investiert, selber noch Miete für seine Wohnung zahlen muss. Das Geld also, das am Monatsersten auf der einen Seite reinkommt, geht auf der anderen Seite genauso schnell wieder raus. Stimmt zwar, aber das unter Anlagegesichtspunkten Entscheidende ist: In fremden Immobilien gebundenes Kapital verzinst sich viel besser als eine Investition in die eigenen vier Wände. Vor allem, wenn man billig zur Miete wohnt. Das eigene Haus oder die Eigentumswohnung bieten zwar meist einen ungleich höheren Wohnkomfort und mehr Lebensqualität, doch den muss man meist teuer bezahlen – das schlägt sich bloß erst beim Verkauf in Euro und Cent nieder .

Nicht zu vergessen, dass man mit einer fremd vermieteten Immobilie wesentlich flexibler bleibt, in Hinblick auf die eigene Lebensplanung und die Wechselfälle des Lebens. Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Unsicherheit sind Themen, die wohl leider auch in den kommenden Jahren aktuell bleiben werden. Wie zum Beispiel sieht die Perspektive für die qualifizierten Arbeitskräfte des Handy-Werks von BenQ-Siemens am Niederrhein aus, das nun dicht gemacht wird? Nordrhein-Westfalen ist nicht gerade als Standort der Kommunikationsindustrie bekannt. Der beruflich bedingte Umzug nach Süddeutschland rückt also in bedrohliche Nähe. Ein eigenes Haus kann sich dabei schnell als Klotz am Bein erweisen, und vielleicht sogar als Grund für unnötig lange Arbeitslosigkeit: Es dürfte besonders schwer fallen, sich ganz woanders nach einem Job umzusehen, weil man ja das Haus hat. Sicher, auch das ließe sich vermieten. Aber nicht zu einem so guten Preis wie besagte Wohnung in München.