Nach seinem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel in Dresden besucht der russische Präsident Wladimir Putin heute München. Auf dem Programm stehen Gespräche mit Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber und führenden Repräsentanten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Im Zentrum des Besuchs steht der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Putin hält einen Vortrag vor Spitzenmanagern der deutschen Wirtschaft.
Enge Partnerschaft: Merkel und Putin BILD

Deutschland könne »in den europäischen Beziehungen zu Russland absolut die Führung behalten«, sagte Putin der Süddeutschen Zeitung . Er meine, dass Merkel der Idee einer Freihandelszone zwischen der EU und Russland »mehr Aufmerksamkeit schenken sollte«.

»Ganz Europa braucht unsere Energie«, sagte Putin dem Blatt. Russland sei ein zuverlässiger Energielieferant. Kritik an der Energiepolitik seines Landes wies der Präsident als »zielgerichtete Attacke gegen Russland« zurück und äußerte Unverständnis über Ängste vor einer zu großen Abhängigkeit von Russland.

Putin verurteilte am späten Dienstagabend den Mord an der regierungskritischen Journalistin Anna Politkowskaja abermals scharf. In einem gemeinsamen ARD-Interview mit Merkel im Anschluss an den »Petersburger Dialog« in Dresden sagte er: »Es wird keinerlei Vergebung für diejenigen geben, die dieses Verbrechen begangen haben.«

Politkowskaja sei in der breiten russischen Öffentlichkeit nicht so bekannt gewesen wie im Westen. Das »furchtbare Verbrechen« an ihr sei »für unser Land eine viel schlimmere Sache als ihre Publikationen«, sagte der Präsident. Russland arbeite derzeit »sehr intensiv« an »politischer Harmonie, Toleranz und Dialogfähigkeit«, versicherte Putin.