"Wir sind in der Lage, mit einem Sieg die Weichen zur EM zu stellen." Mit dieser Zielsetzung motiviert Joachim Löw seine Spieler für die anstehende Aufgabe. Auch wenn die Slowakei schon mit einem Punkt auf dem Weg zur EM 2008 zufrieden wäre, verlangt der Bundestrainer mehr. Mit dem rechtzeitig genesenen Bastian Schweinsteiger soll die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihren Siegeszug auch am Mittwochabend von 20 Uhr 45 an im dritten Qualifikationsspiel fortsetzen.

Kapitän Michael Ballack sieht hingegen die Mannschaft in der "gefährlichsten Situation, die es im Fußball gibt". Er forderte nach zuletzt vier Siegen und den Fußball-Festen in der Heimat auch in der Fremde volle Konzentration und warnte vor "Nachlässigkeit, die sich einschleichen könnte. Wenn wir verlieren, wird es sehr schwer in dieser Gruppe", mahnte der Chelsea-Profi. Den nach ihrem 5:1-Sieg in Wales selbstbewussten Slowaken unterstellte er, in wichtigen Partien regelmäßig zu versagen. So hätten sie auch in der WM- Relegation gegen Spanien sowie beim 0:3 im ersten Gruppen-Heimspiel gegen Tschechien "Nerven gezeigt".

In Gruppe D rangiert die DFB-Elf mit der maximalen Ausbeute von sechs Zählern vor den punktgleichen Slowaken auf dem zweiten Platz. Tschechien, das wie die Slowaken bereits ein Spiel mehr absolviert hat, führt die Tabelle mit drei Punkten Vorsprung an.

Beim ersten schweren Auswärtsspiel seit der 1:4-Pleite in Italien im Frühjahr kann Löw zum Glück auf Bastian Schweinsteiger setzen. Der zuletzt überragende Mittelfeldmann meldete sich am Dienstag schon vor dem kurzen Flug von Rostock nach Bratislava wieder einsatzbereit zur Revanche für die 0:2-Niederlage in der Slowakei im Vorjahr. "Ich bin erleichtert, dass es ihm besser geht", sagte Löw, "die Entzündung im Gehörgang" sei weitgehend abgeklungen. Auch Joker Oliver Neuville ist nach Achillessehnen-Problemen so weit wieder hergestellt, dass dem Bundestrainer alle 20 Spieler zur Verfügung stehen.

Die im Test-Länderspiel gegen Georgien geschonten WM-Stammkräfte Jens Lehmann, Bernd Schneider, Miroslav Klose, Torsten Frings und Philip Lahm kehren in die Startelf zurück. Viel spricht dafür, dass Verteidiger Lahm auf die linke Außenbahn zurückkehrt, auch wenn Löw das noch nicht bestätigen wollte. Lahm soll auf seiner angestammten Position der zuletzt wackeligen Defensive mehr Halt geben. "Die Probleme werden wir lösen, die Abwehr wird stabil stehen", versprach Löw. Dem Bremer Clemens Fritz kommt bei seinem zweiten Einsatz in der Nationalmannschaft die Aufgabe zu, den schnellen Dusan Svento auf der rechten Seite zu stoppen.

Nicht nur für seine Defensive fand der Bundestrainer aufbauende Worte. Demonstrativen Zuspruch und eine Einsatz-Garantie erhielt trotz seines jüngsten Platzverweises Lukas Podolski. "Wir alle stehen in der Pflicht, Lukas in Schutz zu nehmen. Er ist ein Juwel im deutschen Fußball. Was er für eine Leistung gebracht hat mit seinen 21 Jahren, halte ich für außerordentlich", sagte Löw. Kapitän Ballack forderte den Jungstar auf, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. "Es ist eine sehr schwierige Situation für Lukas", sagte Ballack, relativierte aber: "Ich würde nicht sagen, dass er eine Krise hat."