Mit dem Preis wird ein innovatives, von Yunus entwickeltes Konzept der Armutsbekämpfung auszeichnet. Die so genannten Mikrokredite sollen vor allem Frauen helfen, sich eine eigene Existenz aufzubauen und sie aus der Abhängigkeit von Geldverleihern und Großgrundbesitzern lösen.
Pionier der Armutsbekämpfung: Muhammad Yunus

Das Nobelkomitee in Oslo begründete seine Entscheidung damit, dass es »dauerhaften Frieden nicht geben kann, solange große Bevölkerungsgruppen keine Wege aus der Armut finden«. Kleinstkredite, wie sie von Yunus und seiner Bank vergeben werden, seien solch ein Weg. Yunus habe sich als Führungsgestalt gezeigt, die Visionen in praktische Handlung zum Vorteil von Millionen Menschen umsetzen könne.« Allein in Bangladesch hätten zwei Millionen Menschen von den zinsfreien Kleinstkrediten profitiert, die ohne Sicherheit und überwiegend an Frauen vergeben werden.

Die von Yunus und seiner Bank entwickelte Idee von »Mikrokrediten« sei überall von Institutionen übernommen worden und habe »den Weg in die ganze Welt gefunden. Der norwegische Komiteechef Ole Danholt Mjs sagte, mit der Entscheidung für Yunus habe man die Erweiterung des Friedensbegriffes bei der Nobelpreisvergabe fortgesetzt. Das Komitee hatte den berühmtesten Preis der Welt unter anderem 2004 an die iranische Menschenrechtlerin Schirin Ebadi und im Jahr zuvor an die Umweltschützerin Wangari Maathai vergeben.

Der Friedensnobelpreis ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro (10 Millionen Kronen) dotiert und wird am 10. Dezember überreicht. Als Favoriten waren in diesem Jahr der finnische Ex-Präsident Martti Ahtisaari und die chinesische Menschenrechtlerin Rebyia Kadeer gehandelt worden.