Der Hamburger SV hat Trainer Thomas Doll mit einem 1:4 (0:2)-Debakel beim FC Porto das zweijährige Dienst-Jubiläum gründlich verdorben und die letzte Chance auf das Achtelfinale der Champions League verspielt. Der krisengeschüttelte Bundesligist zeigte am Dienstagabend beim portugiesischen Meister und Pokalgewinner erneut eine erschreckend schwache Leistung und wartet seit nunmehr 14 Pflichtspielen auf den ersten Sieg.

Lisandro Lopez (14., 81.), Lucho Gonzalez (45.+3/Handelfmeter) und Helder Postiga (69.) sorgten vor 31 309 Zuschauern im Estadio do Dragao mit ihren Treffern dafür, dass der HSV auch sein drittes Vorrundenspiel in der Königsklasse verlor und mit null Punkten und 2:7 Toren abgeschlagen das Tabellenende der Gruppe G ziert. Jung-Nationalspieler Piotr Trochowski (89.) sorgte mit seinem späten Treffer nur noch für Ergebniskosmetik. "Mir fehlen die Worte. Es ist schwer, so eine Leistung zu erklären", sagte der Torschütze nach der höchsten Europapokal-Niederlage der Hamburger seit 26 Jahren.

"Wir machen eine brutal harte Phase durch. Das tut schon weh", sagte Doll nach der peinlichen Pleite. "Wir haben heute die Tore fast selbst gemacht. Was wir umsetzen wollten, hat nicht geklappt." Dabei hatte der Coach noch kurz vor dem Anpfiff gesagt: "Das ist ein Endspiel. Und in einem Finale weiß jeder, was zu tun ist." Doch bei seinem völlig verunsicherten Team war diese Forderung offensichtlich nicht angekommen. Auf dem nach einem Platzregen tiefen und schwer bespielbaren Rasen agierten die Hanseaten wieder einmal plan- und konzeptlos. Auch die überraschende Aufstellung des wochenlang verletzten Timothee Atouba verlieh der Hamburger Hintermannschaft nicht die erhoffte Sicherheit.

Im Gegenteil: Dem Führungstreffer des Champions-League-Siegers von 2004 ging ein Fehlpass des schwachen Collin Benjamin voraus, und auch Interimskapitän Raphael Wicky sah bei der Hereingabe des 18 Jahre alten brasilianischen Regisseurs Anderson nicht gut aus. Lopez musste den Ball nur noch über die Linie drücken.

Erst nach einer halben Stunde erwachte der HSV etwas aus seiner Lethargie und erarbeitete sich zwei Torchancen. Doch erst scheiterte Trochowski (28.) mit einem Schuss aus 20 Metern an Torhüter Helton, anschließend versagte der luxemburgische Schiedsrichter Alain Hamer einem regulären Treffer von Danijel Ljuboja (35.) die Anerkennung, weil dieser Helton behindert haben soll.