Je nach Versicherung bestimmen Dutzende von Faktoren den Beitrag. FINANZtest verschafft Autofahrern den Überblick, nennt die günstigsten aus 108 Tarifen im Test, erklärt Rabattchancen und hilft im Einzelfall mit der Analyse Autoversicherung. Selbst wer gerade erst im letzten Jahr zu einer günstigen Versicherung gewechselt ist, kann wahrscheinlich von einem erneuten Wechsel profitieren. Die Versicherer überarbeiten ihre Tarife ständig. Für viele Autofahrer gibt es echte Schnäppchen. Stichtag für den Wechsel ist meist Ende November.

Sonderangebot für Frauen

Viele Versicherte haben Spezialtarife für Frauen. Besonders günstig fahren sie mit dem Ineas-Tarif Ladycaronline. Bedingung ist aber, dass sie ihren Wagen ausschließlich selbst steuern. Unter den acht Modellfällen, die FINANZtest für den Vergleich der Autoversicherer gebildet hat, bekam die „Alleinfahrerin“ (48 Jahre, Sachbearbeiterin bei einer Krankenkasse mit Wohnort Leonberg, Zweitbesitzerin eines im Jahr 2000 gebauten VW Polo 1.0 mit 37 KW, Schadenfreiheitsklasse 28 und 15 000 Kilometer Fahrleistung pro Jahr) dort das absolut günstigste Angebot. Sogar der eigentliche „Traumkunde“ (44 Jahre alter Kommunalbediensteter mit Einfamilienhaus und Umweltkarte, verheiratet, 9-jährige Tochter, Alleinfahrer, neuer Ford Focus C-Max 1.6 mit 74 kW mit Stellplatz in der Garage, Scha­den­frei­heits­klas­se 25 und nur 6 000 Kilometer pro Jahr) musste mehr zahlen. Während die Alleinfahrerin für das Spitzenangebot nur 106 Euro berappen muss, kostet der gleiche Schutz für den Traumkunden mindestens 128 Euro (WGV Basis).

Abschreckung für Anfänger

Trotz allem Wettbewerbs sind längst nicht alle Autofahrer Versicherern willkommen. Fahranfänger etwa werden mancherorts mit absurd hohen Beiträgen abgeschreckt. Für den FINANZtest -Modellfall (18-jähriger Azubi aus Kiel, weitere Gleichaltrige dürfen fahren, Nissan Primera P11 mit 85 kW Baujahr 1996, 18 000 Kilometer Fahrleistung pro Jahr) lieferte die Janitos mit stolzen 1 724 Euro noch das günstigste Angebot, und dafür gibt es nur Haftpflicht und keinerlei Kaskoschutz. Der teuerste Anbieter verlangt sogar astronomische 6 919 Euro. Das ist deutlich mehr, als das versicherte Auto wert ist. Fahranfänger können sparen, wenn sie ihren Wagen auf die Eltern anmelden können. Meist ist damit die Einstufung in eine wesentlich günstigere Schadenfreiheitsklasse möglich. Manche Versicherer gewähren Kindern von Kunden auch dann Rabatt, wenn diese den Wagen selbst anmelden.

Sparpotenzial im Einzelfall

Generell gilt: Der Unterschied zwischen günstigsten und teuersten Angebot ist gewaltig. Im Durchschnitt der acht FINANZtest -Modellfälle kostete das teuerste Angebot etwas mehr als das dreifache des günstigsten. Mit anderen Worten: Wer einen besonders ungünstigen Vertrag hat, kann in fast jeder Konstellation über 60 Prozent seiner Beiträge einsparen. Im Durchschnitt der acht FINANZtest -Modellfälle lag der Unterschied zwischen teuerstem und günstigstem Angebot bei gut 1 300 Euro.

Rabatt bei Werkstattbindung

Einen besonderen Rabatt gibt es bei vielen Gesellschaften bei der Kaskoversicherung: Wer die Wahl der Werkstatt im Schadensfall der Versicherung überlässt, bekommt die Police bis zu 20 Prozent günstiger. Dafür sparen die Versicherer bei den Reparaturkosten. Sie beauftragen Ketten oder freie statt Vertragswerkstätten und können dabei besondere Rabatte aushandeln. Häufig gibt es gleichzeitig vollen Service: Die Versicherung kümmert sich um alles, lässt den kaputten Wagen abholen und stellt für die Dauer der Reparatur einen Ersatzwagen. Wer lieber das Autohaus seines Vertrauens beauftragen möchte, kann da trotz Werkstattbindung jederzeit hin. Je nach Versicherung gibt es dann allerdings entweder nur 85 Prozent der Rechnung als Ersatz oder es ist eine höhere Selbstbeteiligung fällig.

Mangel an Informationen

Bei aller Freude über sinkende Preise: Die Informationspolitik der meisten Versicherer ist mangelhaft. Bei vielen Angeboten bekommen Kunden die genauen Versicherungsbedingungen erst nach der Unterschrift. Dabei sind die Details wichtig. Bei mancher Police unterscheiden sich die Bedingungen über die Einstufung in Schadenfreiheitsklassen oder die Rückstufung im Schadensfall erheblich. Ohne Durchsicht der Versicherungsbedingungen sollte eigentlich kein Autofahrer eine Versicherung abschließen.

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