Der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk erhält  den Nobelpreis für Literatur. Die Schwedische Akademie gab dies an diesem Donnerstag in Stockholm bekannt. Sie begründete ihre Wahl damit, dass Pamuk mit seiner Suche nach der melancholischen Seele seiner Heimatstadt Istanbul "neue Sinnbilder für Streit und Verflechtung der Kulturen gefunden" habe. Der Schriftsteller ist 54 Jahre alt und auch Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Diese Auszeichznung hatte er im vergangenen Jahr erhalten.

Pamuk hat sich mit historischen Romanen auf der ganzen Welt einen Namen gemacht. In seinen Werken geht es immer wieder um den Identitätsverlust in einer Kultur, die zwischen Orient und Okzident zerrissen ist. Seine neun Romane, unter denen Die Weiße Festung (1995), Mein Name ist Rot (1998) und Schnee (2002) die bekanntesten sind, wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt und mit internationalen Preisen ausgezeichnet.

Für einen Einschnitt in sein Leben sorgte der vielbeachteter Roman Schnee - "mein erster und letzter politischer Roman", wie der Autor selbst sagt. Pamuk wurde von türkischen Nationalisten angegriffen und wegen "Herabwürdigung des Türkentums" vor Gericht gestellt. Er hatte in einem Interview davon gesprochen, dass in der Türkei "eine Million Armenier und 30.000 Kurden umgebracht" worden seien. Das Verfahren wurde Anfang des Jahres eingestellt.

Über die Freiheit in der Türkei und das Trauma ihrer Bürger sprach Jörg Lau mit dem Schriftsteller

Lesen Sie eine Rezension des Romans Schnee von Ulrich Greiner

Eine Würdigung der Rede Pamuks zur Friedenspreisverleihung finden finden Sie hier

Die Laudatio auf Pamuk zur Preisverleihung in Frankfurt dokumentieren wir an dieser Stelle