Düsseldorf - Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) teilte in einer Sondersitzung des Rechtsausschusses im Düsseldorfer Landtag mit, dass disziplinarische Vorermittlungen gegen Justizvollzugsbedienstete eingeleitet worden seien.

Inzwischen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Bonn gegen die Verantwortlichen der Justizvollzugsanstalt (JVA) Siegburg. Oberstaatsanwalt Fred Apostel sagte in der Online-Ausgabe des Magazin "Stern", dass zu den Verantwortlichen sowohl die Führung der JVA als auch Vollzugsbeamte zählen könnten.

"Tod hätte verhindert werden müssen"

Müller-Piepenkötter sprach von einem "tragischen Tod" in einer Justizvollzuganstalt, "den wir hätten verhindern müssen". Sie kündigte zugleich umfangreiche Überprüfungen zu dem Fall an. "Ich werde alle erforderlichen Schritte in die Wege leiten, um zu verhindern, dass sich so etwas wiederholt", versicherte sie. So wurden die Gefängnisse im Land aufgefordert, vor allem abends und in der Nacht überraschende Kontrollen der Zellen durchzuführen. Die Haftanstalten seien zudem angewiesen worden, an Wochenenden besonders wachsam zu sein.

Der Häftling war nach Angaben der Ministerin am Sonntagmorgen tot aufgefunden worden. Nachdem zunächst ein Arzt, ein Vertreter der Staatsanwalt und eine Rechtsmedizinerin von einem Selbstmord ausgegangen waren, seien bei der Obduktion der Leiche am Montag Verletzungen festgestellt worden, die auf "massive Misshandlungen" hingewiesen hätten.

Tod sollte als Suizid getarnt werden