Besser ist es jetzt, ein Tagesgeldkonto, ein Festgeldkonto oder einen Sparbrief zu wählen, als sein Geld in langlaufende Anleihen zu stecken. Denn steigt das Zinsniveau weiter an - die Europäische Zentralbank (EZB) hat nunmehr zum fünften Mal den Leitzins angehoben - dann haben Anleihen mit langer Laufzeit das Nachsehen. Sie verlieren durch die steigenden Zinsen an Kurswert und lassen sich nur mit Verlusten vorzeitig verkaufen.

Tagesgeld bringt bis 3,50 Prozent

Für Sparer, die ihr Geld auf einem Tagesgeldkonto zwischenparken wollen, bieten die DHB Bank, die Denizbank und die Akbank derzeit günstige 3,25 bis 3,50 Prozent effektive Jahreszinsen ohne einen Mindestanlagebetrag zu fordern. Damit erreichen sie das Niveau von Bundesschatzbriefen mit einer vierjährigen Laufzeit. Der Vorteil von Tagesgeld: Die ganze Summe ist täglich verfügbar. Sparer sollten aber bei den genannten ausländischen Banken nicht mehr als 20.000 Euro anlegen, denn darüber hinausgehende Beträge sind nicht abgesichert. Die Banken können den Zinssatz auf Tagesgeld jederzeit verändern. Deshalb ist es ratsam, regelmäßig die Entwicklung des Zinssatzes zu kontrollieren. Einige Banken locken Neukunden mit hohen Zinssätzen, senken diese jedoch nach kurzer Zeit wieder auf das Durchschnittsniveau ab.

Kontinuierlich unter den Top-Anbietern

Um jeweils den aktuell besten Zinssatz zu bekommen, müssten Sparer ständig die Bank wechseln. Wer das nicht will, sollte sich ein Institut suchen, das in den vergangenen Jahren regelmäßig unter den besten Anbietern war. Das gilt etwa für die ING-Diba, die Santander Consumer Bank (früher CC-Bank) und die Denizbank. Die ING-Diba verwaltet die meisten Tagesgeldkonten in Deutschland. Sie hat Mitte Oktober ihre Zinsen auf 2,75 Prozent pro Jahr angehoben. Die Tester haben in der Stichprobe unter 75 Kreditinstituten herausgefunden, dass die meisten Banken Zinserhöhungen der EZB für Tagesgeld nur schleppend und nicht in angemessener Höhe weitergeben. Während der Leitzins binnen Jahresfrist um 1,25 Prozent nach oben ging, haben viele Institute ihren Kunden nur einen Aufschlag von 0,3 bis 0,5 Prozent zugestanden. Umso wichtiger ist es, bei der Auswahl des Anbieters ganz genau hinzuschauen.

Festgeld lohnt ab einem Jahr

Bei Festgeldanlagen und Sparbriefen ohne Kündigungsmöglichkeiten im Zeitraum von einem bis zu drei Jahren liegt die Finansbank an der Spitze. Bei einem Jahr Laufzeit gibt es hier 4,00 Prozent Zinsen, für zwei Jahre 4,10 und für drei Jahre 4,15 Prozent. Mindestens 5000 Euro muss der Sparer fest anlegen. Bei dreijähriger Bindung zahlt die Akbank sogar noch etwas mehr Rendite, 4,25 Prozent bei einem Mindestanlagebetrag von 2000 Euro. Wer sein Geld nur drei Monate fest anlegt, erhält dagegen kaum mehr Rendite als für Tagesgeld. Die DAB Bank und die Denizbank liegen hier mit einem Zins von 3,25 Prozent vorn. Für die meisten Sparer am günstigsten sind Einmalanlagen, bei denen die Zinsen jedes Jahr steuerlich verrechnet werden. Alternativ sind abgezinste oder aufgezinste Sparbriefe im Angebot. Hier werden die Zinsen am Ende der Laufzeit auf einen Schlag ausgeschüttet. Bei einigen Angeboten gibt es die Möglichkeit der Zinssammlung. Der jährlich gutgeschriebene Zins wird zu gleichen Konditionen wieder angelegt. Für den Vermögensaufbau ist das die beste Variante.

Sparerfreibetrag ab 2007 halbiert

Bei allem Spareifer ist noch eines zu bedenken: Der Sparerfreibetrag wird ab 2007 um die Hälfte gekürzt. Allein stehende Anleger dürfen ihren Banken nur noch Freistellungs­aufträge in Höhe von 801 ­Euro (750 Euro gekürzter Sparerfreibetrag plus 51 Euro Werbungs­kosten­pau­schale) für Zinsen erteilen. Für Ehepaare sind ab 1. Januar nur noch 1602 Euro Zinsen inklusive Werbungskostenpauschale im Jahr steuerfrei.

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