Wenn man heterosexuelle Profis auf das Thema anspricht, wollen sie häufig gar nichts dazu sagen.
Das ist natürlich kaum zu verstehen. Die Angst muss riesengroß sein, in eine falsche Ecke gestellt zu werden und sich die Finger zu verbrennen. Es wird nicht darüber geredet, weil der Mut fehlt, seine Meinung zu äußern. Das ist traurig.

Muss erst etwas Schlimmes passieren, damit ein Umdenken einsetzt?
Ich glaube schon, dass man einen Schockeffekt braucht, damit sich endlich etwas ändert - obwohl ich mir das natürlich nicht wünsche. Schöner wäre es, wenn der erste sich stark genug fühlt und sich outet. Und wenn er den Beschimpfungen von außen dann standhält und sich alles positiv entwickelt, würde es wie beim Domino eine Kettenreaktion auslösen: Einer nach dem anderen würde nachziehen. Dann wäre wohl endlich auch dem Naivsten klar, dass es Schwule auch im Fußball gibt. Doch niemand hat den Mut, der erste zu sein.

Weil die viele Fußballfans noch nicht so weit sind?
Wissen Sie, die Welt ist sehr bekloppt. Ein gutes Beispiel dafür kommt sogar aus Holland. Einmal sollte der Torhüter von Feyenoord Rotterdam ein rosa Trikot bekommen. Das hat einen riesigen Protest ausgelöst, weil das keine männliche Farbe ist. Am Ende ist es grün oder gelb geworden. Schon die Farbe ist also ausreichend, um manche Leute zu schockieren.

Im August verstarb Blankenstein im Alter von 57 Jahren an einem Nierenleiden. Oliver Lück führte eines der letzten Interviews mit ihm.

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