Der unabhängige Expertenausschuss zur Irak-Politik wird nach Informationen der New York Times bereits für das kommende Jahr einen phasenweisen Abzug der US-Kampfeinheiten aus dem Irak vorschlagen. Die Kommission unter Leitung von Ex-Außenminister James Baker werde aber keinen Zeitplan aufstellen. Allerdings zitiert das Blatt interne Quellen, wonach der Abzug "relativ bald" beginnen soll.

Den Informationen zufolge plädiert die Baker-Kommission dafür, 15 Kampfbrigaden aus dem Irak zurückzuziehen. Diese 15 Brigaden hätten eine Truppenstärke von 45.000 bis 75.000 Mann. Unklar ist noch, ob die Truppen in die USA zurückkehren oder in Militärbasen im Irak oder den Nachbarländern stationiert werden sollen. Derzeit kämpfen rund 150.000 US-Soldaten im Irak.

Diese Empfehlung wird als Kompromiss zwischen der Forderung der Demokraten nach einer detaillierten Rückzugsstrategie und den Plänen von US-Präsident Bush gesehen, die US-Truppen vorerst im Irak zu lassen.

Nach Informationen der Zeitung will die Kommission der US-Regierung außerdem eine neue Nahost-Initiative vorschlagen, die auch direkte Gespräche mit Syrien und Iran beinhaltet. Der im März vom US-Kongress eingesetzten Kommission gehören jeweils fünf Demokraten und Republikaner an. Baker, ein Parteifreund des ehemaligen US-Präsidenten und Vater des aktuellen Amtsinhabers, George Bush, ist der republikanische Vorsitzende der Kommission.

Die Expertengruppe will am Mittwoch kommender Woche ihren Abschlussbericht vorstellen. Darin enthalten sein sollen Vorschläge, wie die Krise im Irak bewältigt werden kann. Für Bush ist der Bericht nicht bindend, sondern nur eine Empfehlung. Da die aktuelle Empfehlung des Truppenabzugs innerhalb der Kommission jedoch einstimmig abgegeben wurde, erwarten Experten, dass es schwer für den US-Präsidenten sein wird, nicht auf den Vorschlag einzugehen.

Der Präsident hat außerdem zwei weitere Studien zu einem Kurs-Wechsel im Irak beim Nationalen Sicherheitsrat und dem Generalstab in Auftrag gegeben.

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