"It's me!" steht in der Betreffzeile jener E-Mails, die seit einigen Tagen selbst die Postfächer gut gesicherter Computersysteme überrollen. Manchmal ist auch die Mail vom armen Jungen Valentin aus einer russischen Provinzstadt dabei, der um Medikamente für seine Mutter bittet. Andere Schreiben bieten Tannenbaumimitate zum Verkauf an. Benannt nach einem Sketch der Comedygruppe Monty Python sind solche Spam-E-Mails zu einem Dauerärgernis geworden.

Spam-Versender und Spam-Jäger liefern sich ein Wettrennen. Immer wenn eine Spam-Mail im Postkasten eines Anwenders ankommt, hat der Versender gewonnen. Fast zumindest. Denn der Nutzer muss mitspielen: Spam lohnt sich nur, wenn jemand auf die darin enthaltenen „Angebote“ reagiert. Der Antispamspezialist Spamhaus listet unter den wichtigsten Ursprungsländern nach dem Spitzenreiter USA China vor Japan, Russland und Südkorea auf. Betroffen sind aber Internetnutzer überall auf der Welt.

Die E-Mail-Adressen erhalten die Spammer aus verschiedenen Quellen: Zum einen dienen die frei im World Wide Web stehenden Adressen als schier unerschöpfliches Reservoir. So genannte „Ernteroboter“ (Harvester) grasen Webseiten auf solche Einträge hin ab. Zum anderen geben viele Nutzer ihre E-Mail-Adressen aber auch auf zwielichtigen Seiten im Internet an, wenn dafür beispielsweise kostenlose iPods versprochen werden. Manch einer gibt für solche Versprechen auch gleich noch die Kontaktdaten aller seiner Freunde und Kollegen preis.

Verschickt werden die Spam-Mails dann über gekaperte Rechner, die vorher von Viren infiziert wurden, oder über fehlerhaft programmierte Anwendungen auf Servern im Netz. Die Zombierechner dienen als Relaisstation für den Werbemüll, ohne dass die Nutzer es bemerken. Dass nur ein kleiner Teil der verschickten Mails ankommt, ist für die Spammer gleichgültig: Die Kosten für den Spamversand sind minimal. Eine einzige verkaufte Viagrapackung kann die Kosten für Millionen Spam-Mails aufwiegen.