In einer von der iranischen Nachrichtenagentur ISNA verbreiteten Stellungnahme des iranischen Außenministeriums hieß es am Samstagabend , die UN-Resolution entbehre einer rechtlichen Grundlage, stehe nicht auf dem Boden der UN-Charta und gehe über die Jurisdiktion des Weltsicherheitsrates hinaus.

Iran werde seine friedlichen Atomaktivitäten auf dem Boden des Atom- Nichtweiterverbreitungsvertrags trotz der Sanktionen fortsetzen. Nach der Verabschiedung der UN-Sanktionen gegen den Iran hat die Regierung in Washington die Europäische Union und Japan zu weiteren Strafmaßnahmen aufgefordert.

Exportkredite sollten eingeschränkt, Waffenexporte ganz eingestellt und Verträge über den Import von iranischem Erdöl nicht unterzeichnet werden, sagte der Staatssekretär im US-Außenministerium Nicholas Burns am Samstag in Washington. Burns drückte auch die Hoffnung aus, dass Russland mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten werde.

Man müsse den Iran spüren lassen, welche hohe Kosten das Nichteinlenken im Atomstreit verursache, sagte Burns. Wenn die Europäische Union zusätzliche Strafmaßnahmen verhängen würde, sei die Chance größer, dass die Iraner zu den Verhandlungen zurückkehrten.

Burns warnte die Führung in Teheran vor einer Überreaktion. Sollten die Inspektoren der Internationalen Atom-Energieorganisation IAEO ausgewiesen werden, würde das nur den Verdacht erhärten, dass der Iran nach Atomwaffen strebe.

Burns nannte die Verabschiedung der Sanktionen "beschämend" für den Iran. Die Führung in Teheran habe über Monate versucht, dass dies nicht geschehe. Burns sprach von harten Sanktionen und räumte ein, dass die Verhandlungen in den vergangenen beiden Monaten teilweise sehr frustrierend gewesen seien.

Der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bezeichnete den Sanktionsbeschluss gegen den Iran in einer Stellungnahme als "ein wichtiges Signal der Geschlossenheit der internationalen Staatengemeinschaft in dieser Frage" sei. Er forderte Teheran auf, die Resolution zu befolgen und damit den Weg für die Aufnahme von Verhandlungen freizumachen. Das Angebot der UN-Vetomächte und Deutschlands vom 6. Juni, in dem Teheran unter anderem großzügige Wirtschaftshilfe zugesagt wird, wenn es die Urananreicherung aufgibt, bleibe auf dem Tisch.

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte die Iran-Resolution des Sicherheitsrates. Sie sei ein wichtiger Schritt und ein wichtiges Signal, nachdem der Iran seinen Verpflichtungen und Zusagen gegenüber der Staatengemeinschaft nicht nachgekommen sei. Ganz wichtig sei die einstimmige Annahme der Resolution. Damit mache die Staatengemeinschaft deutlich, dass sie bei Lösung des Atomkonflikts weiterhin geschlossen gegenüber dem Iran auftreten werde.