Das Gericht entsprach damit am Montagabend dem Antrag des Bundesanwaltschaft und den Vorgaben des Bundesgerichtshofs (BGH), der ein früheres, milderes Urteil aufgehoben hatte. Die Verteidigung kündigte Revision an.

"Der Angeklagte hat mitgeholfen, 246 Menschen zu ermorden", sagte der Vorsitzende Richter Carsten Beckmann. Er bezog sich damit auf die Opfer in den Flugzeugen bei den Anschlägen vom 11. September 2001. Der Marokkaner Motassadeq hatte die Attentäter nach Überzeugung des Gerichts bei der Vorbereitung in Hamburg unterstützt.

Das OLG musste in dem Verfahren gegen Motassadeq, der ein Freund der Hamburger Todespiloten um Mohammed Atta war, nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom November nur noch die Höhe der Strafe festlegen. Eine Revision ist möglich. Motassadeqs Verteidiger Udo Jacob kündigte einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens an: "Der wird mit Sicherheit kommen."

Bundesanwalt Walter Hemberger forderte in seinem Plädoyer zum dritten Mal die Höchststrafe für den Angeklagten. Motassadeq habe für die Anschläge des 11. September 2001 "eine wichtige, aber keine entscheidende Rolle gespielt". Dafür könne es nur eine Strafe geben. Beide Verteidiger stellten keinen konkreten Antrag. Motassadeq selbst beteuerte im Schlusswort noch einmal seine Unschuld. "Es gab keine terroristische Vereinigung in Hamburg", sagte er.

Der BGH befand den 32-jährigen Motassadeq im November rechtskräftig der Beihilfe zum Mord in 246 Fällen sowie der Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung für schuldig. Es verschärfte damit einen früheren Richterspruch des OLG. Das Hamburger Gericht hatte den Marokkaner im August 2005 lediglich zu sieben Jahren Haft verurteilt, da es nur die Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung als erwiesen ansah.

Der BGH hatte bereits das Urteil aus dem ersten Prozess gegen den Marokkaner kassiert. Anfang 2003 war Motassadeq vom OLG zur Höchststrafe von 15 Jahren Haft verurteilt worden.

Der Prozess war am Montag wegen zahlreicher Anträge der Verteidigung nur schleppend vorangekommen. Nachdem die Richter eine Aussetzung des Verfahrens mehrfach abgelehnt hatten, stellte Verteidiger Jacob einen Befangenheitsantrag gegen das Gericht. Er warf den Richtern vor, "das Verfahren in höchster Eile abschließen zu wollen".

Der Vorsitzende Richter Beckmann hatte zum Prozessauftakt am vergangenen Freitag angekündigt, möglicherweise bereits am zweiten Verhandlungstag ein Urteil zu verkünden. Das Gericht lehnte den Befangenheitsantrag ab. Motassadeq ist weltweit der erste Angeklagte, der im Zusammenhang mit den Anschlägen verurteilt wurde.