Lügenlegende:
+ Flunkern
++ Leichte Lüge
+++ Mittlere Lüge
++++ Große Lüge

Sie haben einmal gesagt, dass Sie nicht besonders gerne Interviews geben.
Dick van Burik: Das ist auch immer noch so. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manche Journalisten am Ende oft nur noch das schreiben, was sie hören wollen, und nicht das, was tatsächlich gesagt wurde. Speziell die Boulevardpresse.

Sie haben auch mal länger nicht mit den Medien gesprochen.
Genau. Zwei Jahre nicht. Weder mit dem Fernsehen, noch mit Radio oder Presse. Das liegt knapp fünf Jahre zurück, gefiel mir aber damals ganz gut.

Pressearbeit gehört aber zu Ihrem Job dazu.
Natürlich, deshalb konnte ich mein Schweigen auch nicht durchhalten. Allein den Fans ist man es als Spieler schuldig, gelegentlich Stellung zu beziehen. Das war damals eine Art Selbstschutz und rief Irritationen hervor.

Welche Frage können Sie überhaupt nicht mehr hören?
Das ist weniger eine Frage, vielmehr die Feststellung der Journalisten nach einem Spiel: "Jetzt müssen Sie aber das nächste Spiel gewinnen." Vielen Dank für den Hinweis. Da kommt man sich total bescheuert vor. Als würde man in ein Spiel gehen und sich vornehmen, es zu verlieren.

Wann sind Sie das letzte Mal rot geworden?
Kann ich mich nicht erinnern. (++++)

Herr van Burik, bitte!
Ach ja, kürzlich gab es etwas, das mir wirklich peinlich war: In einem Interview mit dem holländischen Fernsehen bedankte sich der Reporter am Ende auf Niederländisch, und ich habe auf Deutsch „Danke schön“ gesagt.

Gab es Reaktionen darauf?
Oh ja! Viele Leute, die mich noch aus Holland kennen, haben gefragt, ob ich nun einen deutschen Pass habe.

Sie leben in einem reinen Frauenhaushalt.
Ja, mit meiner Frau, unseren drei Töchtern und unserer Hündin. Ich bin sehr stolz auf meine Frauen.

Wie gerne hätten Sie einen Sohn bekommen?
Nach der zweiten Tochter dachte ich: Jetzt könnte es ruhig ein Junge werden. Aber natürlich ich bin auch mit meiner dritten Tochter sehr glücklich. Damit hat sich die Sache mit einem Sohn wirklich erledigt.

Wenn Sie ein Tier wären, welches?
Ein Löwe.

Warum das?
Weil ich ebenfalls ruhig bin und bis zu einem gewissen Punkt die Geduld bewahre, bis ich denke, eingreifen zu müssen. (+)

Sind Sie ein Jäger?
Wieso? Bei den Löwen lassen die Männchen in der Regel doch die Frauen jagen.

Wir verstehen: Das ist also wie bei Ihnen zu Hause.
Sie meinen, dass ich mir von den Frauen die Beute servieren lasse? Nun, ich habe nichts gegen leckeres Essen.

Haben Sie schon mal Zivilcourage im Alltag bewiesen?
Ja, einmal habe ich mitbekommen, wie einer älteren Dame die Handtasche geklaut wurde. Ich bin sofort hinter dem Täter her, habe ihn erwischt und der alten Dame die Handtasche zurückgegeben.

Wie haben Sie den Dieb gestellt, mit einer Grätsche von hinten?
Sozusagen.

Sie haben ihn umgegrätscht! Ein rotwürdiges Foul?
Doppelt rot. Darüber möchte ich lieber nicht sprechen. (++)

Die Seniorin hat es Ihnen jedenfalls gedankt.
In jedem Fall, in der Handtasche war ihre gesamte Monatsrente, die sie gerade von der Bank abgehoben hatte.

In 228 Bundesligaspielen haben Sie gerade mal drei rote Karten bekommen.
Plus zwei gelb-rote Karten, eine nach einer Schauspielerei von Bernd Hollerbach in Hamburg: Ich hatte ihn leicht berührt und er ließ sich fallen, als hätte ich ihm eins in die Fresse gehauen. So etwas mag ich überhaupt nicht. Das gehört nicht auf den Platz. In Holland wird man dafür vom eigenen Verein bestraft.

Waren Sie als Kind auch schon so – nennen wir es – geerdet?
Ja, ich war schon immer etwas ruhiger als die anderen. Ich habe immer versucht, mich zu kontrollieren. (++)