Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will den Friedensprozess im Nahen Osten wiederbeleben und wird darin von US-Präsident George W. Bush unterstützt. Während eines zweieinhalbstündigen Arbeitsgesprächs sprachen Merkel und Bush am Donnerstagabend in Washington ab, sie wollten sich bei der Suche nach Lösungen eng miteinander abstimmen. Die beiden Regierungschefs sprachen auch über das gemeinsame weitere Vorgehen im Atomstreit mit Iran sowie in Afghanistan. Merkel nannte die transatlantische Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA "essenziell für die Lösung der wichtigen und vielfältigen Probleme weltweit".

Die Kanzlerin stellte bei ihrem dritten Besuch in Washington das Arbeitsprogramm für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft und den Vorsitz in der G8-Runde vor. Einen Schwerpunkt soll die Fortsetzung des festgefahrenen Nahost-Friedensprozesses bilden. "Frau Kanzlerin hat die gute Idee, das (Nahost)-Quartett zu versammeln. Dem stimme ich zu", sagte Bush. Dem Nahost-Quartett gehören die EU, die USA, Russland und die Vereinten Nationen an. Bush sagte weiter, dass US-Außenministerin Condoleezza Rice nach ihrer Rückkehr von der bevorstehenden Nahost-Reise nicht nur ihm, sondern auch Merkel Bericht erstatten werde.

Merkel und Bush sprachen sich abermals für eine Zwei-Staaten-Lösung aus, bei der Israelis und Palästinenser "Seite an Seite in Frieden existieren". Zugleich forderten sie die Palästinenser auf, das Existenzrecht Israels anzuerkennen.

Razzia stört Vermittlungsgespräch

In den palästinensischen Gebieten wurden allerdings zur selben Zeit wieder Menschen getötet. Ansätze zu neuen Friedensgesprächen, die sich Beobachter von einem Treffen des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert mit dem ägyptischen Staatschef Hosni Mubarak am Donnerstag erhofft hatten, traten dadurch in den Hintergrund.