Europa sind am Mittwoch trotz einer angeblichen Annäherung in dem Streit zwischen Moskau und Minsk weiter ausgeblieben. Russland und Weißrussland dementierten Angaben aus der Slowakei, dass russisches Öl seit Nachmittag wieder fließe. Von weißrussischer Seite hieß es, die Lieferungen könnten möglicherweise in der Nacht zum Donnerstag wieder aufgenommen werden. Dies könne aus technischen Gründen aber nur in Absprache mit Russland und Polen geschehen.

Die russischen Öllieferungen nach

Immerhin soll nach weißrussischen Angaben der zentrale Streitpunkt in dem Ölkonflikt ausgeräumt sein. Minsk nahm nach eigenen Angaben wie von Russland gefordert eine Durchleitungsgebühr für russisches Öl zurück. Die russischen Öllieferungen nach Westeuropa sind wegen des Streits zwischen Russland und Weißrussland bereits seit Montag unterbrochen.

Der russische Pipelinebetreiber Transneft sowie das weißrussische Unternehmen Gomeltransneft teilten unabhängig voneinander mit, der Transport von russischem Erdöl in Richtung Europäische Union sei noch nicht wieder aufgenommen worden. Zuvor hatte der slowakische Pipelinebetreiber Transpetrol berichtet, das Öl aus Russland fließe seit Nachmittag wieder.

"Transneft erklärt offiziell, dass die Öllieferungen über die "Freundschaft"-Pipeline in Richtung Weißrussland nicht aufgenommen worden sind", sagte Transneft-Vizechef Sergej Grigorjew. Möglicherweise habe Weißrussland einen Restbestand über den südlichen Strang in Richtung Slowakei gepumpt. Dies wurde jedoch von weißrussischer Seite dementiert. "Derzeit ruhen unsere Pumpen noch", sagte ein Sprecher des Pipelineunternehmens Gomeltransneft. Es sei aber möglich, dass der Transport in der Nacht auf Donnerstag wieder aufgenommen werde.

Die Slowakei wird über eine südliche Abzweigung von der gesperrten "Druschba"-Pipeline ("Freundschaft") beliefert. Das Öl kann das Land erreichen, auch ohne dass der nördliche Arm der Ölleitung, über den auch Deutschland beliefert wird, wieder läuft.

Auch wenn die Lieferungen über Weißrussland wieder aufgenommen werden, dauert es in jedem Fall einige Zeit, bis das Öl die europäischen Länder erreicht.

Weißrussland teilte mit, die Präsidenten Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko hätten nach einem Telefonat am Mittwoch ihre Regierungen angewiesen, bis Freitag alle strittigen Fragen zu klären, meldete die weißrussische Staatsagentur Belta.