Das teilte Jauch am Donnerstag über die Deutsche Presse-Agentur mit. Er habe der ARD abgesagt. Als Begründung gab der 50-Jährige unter anderem an, dass die ARD darauf gedrungen habe, er solle "journalistisch exklusiv" für "das Erste" tätig sein und eine weitere Sendung übernehmen. "Ich wollte aber keine Zusagen über den Sonntagabend hinaus geben."

Als weiteren Grund nannte Jauch, dass die ARD die Zuständigkeit für seine Show den Chefredakteuren habe unterstellen wollen. "Damit wäre nach meiner Auffassung die Sendung dem ständigen Risiko ausgesetzt, zum Spielball der politischen Farbenlehre innerhalb der ARD zu werden." Dies entspreche nicht seinem Empfinden von "innerer Freiheit und äußerer Unabhängigkeit".

Jauch ist derzeit mit der Show Wer wird Millionär? und Stern TV beim Privatsender RTL aktiv. Er sollte Christiansens Nachfolge im September 2007 antreten, daneben aber seine RTL-Sendungen behalten dürfen. Umstritten war auch, dass er weiter Werbung machen wollte. Viele hielten das für unvereinbar mit der Moderatorenrolle in einer politischen Talkshow.

Der Fernsehmoderator bedauert, dass er nun doch nicht die ARD-Talkshow am Sonntagabend moderieren werde, und schob die Verantwortung der ARD zu. Der Vertrag schon komplett ausverhandelt gewesen, "als die ARD mit Nachforderungen kam", sagte Jauch der dpa. Mit seinem Haussender RTL habe die Entscheidung nichts zu tun. Ein höher dotiertes Angebot des Kölner Privatsenders habe ihm nicht vorgelegen und damit nicht zu seiner Entscheidung beigetragen

Die vielfach in der Öffentlichkeit kritisierten Werbeverträge seien kein Thema mehr: Die habe er entweder gekündigt oder zum Ende des Jahres auslaufen lassen. Jauch zeigte sich "überzeugt, dass nun jemand anderes die Sendung erfolgreich weiterentwickeln wird."

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Weil Günther Jauch eher aus dem seichten Unterhaltungsgeschäft kommt, wird er im Polittalk wenigstens nicht ertrinken, meint Finis "