Auf ihrer Nahost-Reise ist US-Außenministerin Condoleezza Rice in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad eingetroffen. Neben der Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses dürfte der neue Irak-Plan von US-Präsident George W. Bush zentrales Thema von Rices Gesprächen in Saudi-Arabien sein. Die saudiarabische Regierung hat erklärt, sie wolle sich erst zu den Ankündigungen Bushs äußern, wenn sie Einzelheiten zu den Plänen erfahren habe.

Das sunnitisch konservative Königreich ist besorgt wegen des wachsenden iranischen Einflusses im Irak und hat eine offene Unterstützung der irakischen Sunniten angedroht, sollte sich der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten weiter zuspitzen. Die US- Truppen im Irak gehen derzeit verstärkt gegen iranische Diplomaten vor, die sie beschuldigen, schiitische Aufständische mit Waffen zu unterstützen.

Am Montag hatte sich Rice mit Israels Ministerpräsident Ehud Olmert auf ein gemeinsames Treffen mit Palästinenser-Präsident Machmud Abbas verständigt. Der Dreiergipfel solle in drei oder vier Wochen vermutlich im Nahen Osten stattfinden, sagte Rice am Montag im ägyptischen Luxor. In erster Linie solle es um die Bildung eines Palästinenser-Staates gehen. Die USA würden nicht an jeder Gesprächsrunde von Israelis und Palästinensern teilnehmen. Zudem würden sie vom internationalen Friedensplan "Roadmap" nicht abweichen.

Die Gespräche liegen seit 2001 brach. Damals war Israel kurz davor, einem Palästinenser-Staat im Gazastreifen und großen Teilen des Westjordanlandes zuzustimmen. Nach Beginn des zweiten Palästinenser-Aufstands und einem Regierungswechsel in Israel verhärteten sich jedoch die Fronten.

Während des Treffens von Rice und Olmert kündigte das israelische Bauministerium an, 44 neue Wohneinheiten in Maale Adumin, Israels größter Siedlung im Westjordanland, zu bauen. Die "Roadmap" fordert ein Ende des Ausbaus jüdischer Siedlungen in den Palästinenser-Gebieten. Israel verteidigt die Erweiterung der Siedlungen gegen die US-Kritik mit den wachsenden Platzbedürfnissen der Siedler.

Eine Beraterin Olmerts erklärte, das geplante Treffen werde dem Friedensprozess neue Impulse verleihen. Olmert hatte versprochen, weiter auf die Palästinenser zuzugehen und etwa in Israel inhaftierte Palästinenser freizulassen, sollten Extremisten im Gazastreifen einen israelischen Soldaten freilassen, den sie im Juni gefangen genommen hatten.