In der eskalierten Führungskrise der CSU hat Ministerpräsident und Parteichef Edmund Stoiber eingelenkt. Er ließ erkennen, dass er bei einer Wiederwahl 2008 möglicherweise nicht die gesamte Legislaturperiode bis 2013 amtieren werde. "Ich kenne doch meine Verantwortung für Bayern und die CSU und danach werde ich immer handeln", sagte Stoiber (65) am Donnerstag in einem dpa-Gespräch. Zugleich stellte sich Stoiber klar als Spitzenkandidat zur Verfügung und kündigte an, dass "die letzte Entscheidung" darüber die Partei treffen werde. Die Diskussion darüber, dass er seinen Verbleib für die ganze kommende Legislaturperiode angekündigt habe, nannte er "schief" und "unbegründet".

"Was die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2008 angeht, stelle ich mich auch dem Votum unseres Parteitags", sagte er. "Die Partei führt den Wahlkampf und wird auf unserem Parteitag darüber entscheiden." Stoiber warb auch um die Rückendeckung der mächtigen CSU-Landtagsfraktion, von der er sich trotz des jüngsten Widerstands ein "positives Signal" erhofft.

In der andauernden Führungskrise der CSU hatte Stoiber am Dienstag mit der Ankündigung, er mache "keine halben Sachen" Unmut in der CSU-Fraktion ausgelöst. Dies wurde so verstanden, als wolle er auf jeden Fall bis 2013 amtieren. Jetzt relativierte Stoiber seine Worte und sagte mit Bezug auf seine Verantwortung: "Dazu gehört natürlich auch, dass ich zum richtigen Zeitpunkt gemeinsam mit meinen Parteifreunden meinen Beitrag für eine verantwortungsvolle Zukunft in den Ämtern an der Spitze des Landes und der Partei leisten werde."

Damit wolle er die "schiefe Diskussion" über die nächste Legislaturperiode beenden, sagte Stoiber. "Eine solche Diskussion ist in der Sache völlig unbegründet." Er sehe sich dabei auch in voller Übereinstimmung mit Landtagspräsident Alois Glück (CSU), der erklärt hatte, dass der Ministerpräsident für eine ganze Legislaturperiode gewählt werde und jetzt von Überlegungen über einen früheren Wechsel nichts zu halten sei. Stoiber ist seit 13 Jahren im Amt.

Bei der Klausur der CSU-Landtagsfraktion kommende Woche in Kreuth will Stoiber um "Zustimmung für die gemeinsame politische Arbeit" werben. "Über eine Rückendeckung für den Kurs auf die Wahlen 2008 durch meine Fraktion, die das Kraftzentrum der CSU in Bayern ist, würde ich mich freuen." Zusammen mit dem Beschluss des CSU-Präsidiums und der Unterstützung der CSU-Landesgruppe in den vergangenen Tagen wäre das nach Worten Stoibers "ein positives Signal".