Präsident George W. Bush hat der skeptischen Nation die Entsendung von 21.500 weiteren Soldaten in den Irak angekündigt und sich in einer für ihn seltenen Geste zu Fehlern bekannt. Zugleich warnte er die irakische Regierung, sie werde die Unterstützung der Vereinigten Staaten verlieren, wenn sie ihre Versprechen nicht einhalte. "Amerikas Engagement ist nicht unendlich", sagte der Präsident in einer live im Fernsehen übertragenen Rede in der Nacht zu Donnerstag.

"Es ist klar, dass wir unsere Strategie im Irak ändern müssen", sagte Bush. "Die Situation im Irak ist nicht akzeptabel für das amerikanische Volk und sie ist nicht akzeptabel für mich. (...) Wo immer Fehler gemacht wurden, die Verantwortung dafür liegt bei mir." Von den 21.500 zusätzlichen Soldaten sollen 17.500 nach Bagdad und 4000 in die Unruhe-Provinz Anbar entsandt werden. 130.000 amerikanische Soldaten stehen gegenwärtig schon in dem Land. Viele Vertreter der Demokratischen Partei stellten sich gegen die Pläne Bushs.

"Wenn wir in diesem entscheidenden Moment unsere Unterstützung verstärken und den Irakern dabei helfen, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen, eilen wir auf den Tag zu, an dem unsere Soldaten mit der Rückkehr nach Hause beginnen können", sagte Bush. Einen Zeitplan für die Entsendung der zusätzlichen Soldaten nannte er nicht. Zu seinen Fehlern zählte Bush, dass er nicht eher mehr Soldaten in den Irak geschickt hat. Auch habe es zu viele Beschränkungen für die Soldaten gegeben.

"Ein Scheitern im Irak wäre ein Desaster für die USA", sagte der Präsident. Die Konsequenz wäre, dass radikale Extremisten erstarken würden, "sie wären dann in einer besseren Position, moderate Regierungen anzugreifen, Chaos in der Region zu stiften und die Öl-Einnahmen für ihre Zwecke zu nutzen. (...) Unsere Feinde hätten einen sicheren Hafen, von dem aus sie Angriffe auf das amerikanische Volk planen und ausführen könnten." Der 11. September 2001 habe gezeigt, wohin dies führe. "Für die Sicherheit unserer Bürger müssen wir im Irak erfolgreich sein."

Die zusätzliche Entsendung wird etwa 5,6 Milliarden Dollar kosten. Dazu will Bush den Kongress um weitere 1,2 Milliarden Dollar bitten, die in den Wiederaufbau des Iraks und in irakische Arbeitsprogramme gesteckt werden sollen. Einen Rückzug der USA zum jetzigen Zeitpunkt lehnte Bush ab. "Dies würde einen Kollaps der irakischen Regierung bedeuten, das Land zerreißen, und in einen Massenmord von unvorstellbarem Ausmaß enden."