Russland hat die Lieferung von Flugabwehrsystemen an den Iran abgeschlossen und will mit Teheran weiter militärisch kooperieren. Wenn der Iran Verteidigungswaffen kaufen wolle, sei Russland zu einer solchen Zusammenarbeit bereit, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow am Dienstag in Moskau.

Russland habe insgesamt 29 Abwehrsysteme vom Typ Tor-M1 an den Iran geliefert. Das Land will die Systeme zur Verteidigung von Atomanlagen sowie wichtiger Regierungsgebäude einsetzen.

Die Lieferung der Tor-M1-Raketensysteme falle nicht unter die Sanktionen, die der UN-Sicherheitsrat wegen des Atomprogramms gegen das Land verhängt habe, sagte Iwanow nach Angaben der Agentur RIA-Nowosti. Die Führung in Teheran hatte Ende 2005 insgesamt 29 Raketenabwehrsysteme bestellt, die Flugzeuge, Hubschrauber, Drohnen und Marschflugkörper zerstören können.

Nach russischen Angaben kann Tor-M1 als weltweit einziges Abwehrsystem bis zu 48 Ziele erkennen und orten und gleichzeitig zwei Objekte in einer Flughöhe zwischen 20 und 6000 Metern unter Beschuss nehmen.

Gegen das Geschäft hatten die USA protestiert und unter anderem die staatliche russische Rüstungsexportholding Rosoboronexport zeitweise auf eine schwarze Liste gesetzt. Russland hatte im Dezember zwar für die UN-Resolution gegen den Iran gestimmt, jedoch Änderungen durchgesetzt. So fallen zuvor abgeschlossene Verträge nicht unter die Resolution. Moskau baut in Buschehr Irans ersten Atomreaktor.