Die Mikrofone, die im Büro des Abgeordneten der Linksfraktion, Wolfgang Neskovic, gefunden worden sind, sind nach Erkenntnissen des Bundestages weder zum Abhören noch zum Aussenden geeignet. Eine Untersuchung habe ergeben, dass eine Übermittlung von gesprochenen Worten mit den Geräten nicht möglich gewesen sei, teilte ein Parlamentssprecher mit. Nach seinen Angaben handelt es sich um »handelsübliche Mikrofone«.


Der ehemalige Bundesrichter Wolfgang Neskovic spricht auf der Landesdelegiertenversammlung der "Linkspartei.PDS" in Frankfurt an der Oder (Archivbild vom Juli 2005)

Aufgrund des Funds war der Verdacht entstanden, Neskovic sei abgehört worden. Neskovic sitzt für seine Fraktion im BND-Untersuchungsausschuss sowie im geheim tagenden Parlamentarischen Kontrollgremium.

Medienberichten zufolge wurde eins der Mikrofone bereits am Freitag gefunden. Ein Fotograf habe die verdächtigen Geräte an der Deckenlampe entdeckt, als er im Büro von Neskovic einen Weißabgleich habe machen wollen. Bei einer Durchsuchung am Montag wurde dann ein weiteres identisches Gerät an der Schreibtischlampe gefunden. Noch ist unklar, wie die Mikrofone in Neskovics Büro kamen.

Union und SPD haben wegen des Vorfalls für die kommende Woche eine Sondersitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums beantragt. Das teilten ihre Parlamentarischen Geschäftsführer, Norbert Röttgen (CDU) und Olaf Scholz (SPD), mit. Diese soll am kommenden Mittwoch stattfinden.

Der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Siegfried Kauder (CDU), hatte am Montagabend nach Bekanntwerden des Fundes alle Ausschussmitglieder über die Möglichkeit informiert, ihre Büros überprüfen zu lassen. 

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