Der Plan der EU-Kommission, den CO2-Ausstoß von Autos auf 120 Gramm zu begrenzen, stößt auf heftigen Widerstand. Am Sonntag warnte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) vor dem Verlust zehntausender Arbeitsplätze in der Automobilindustrie, sollten die Pläne umgesetzt werden. »Die Pläne, die der griechische EU-Kommissar (Stavros) Dimas und Umweltminister Sigmar Gabriel gegen die deutsche Automobilindustrie verfolgen, müssen dringend gestoppt werden. Es geht um Zehntausende von Arbeitsplätzen«, sagte Glos.

Das Problem: Während französische Autos schon seit längerem entsprechende Grenzwerte einhalten können, ist die deutsche Automobilindustrie bislang noch nicht soweit, alle ihre Fahrzeuge entsprechend beschränken zu können. Weshalb sich der Wirtschaftsminister der Unterstützung aus den Reihen des Industriemanagements wie der Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften versichert fühlen kann.

In einem Brief an die EU-Kommission warnten die Chefs der fünf großen deutschen Autobauer also wie der Minister vor einem drastischen Verlust von Arbeitsplätzen. Es drohten »schwerste Verwerfungen in der Automobil- und Zulieferindustrie«, heißt es in dem Schreiben von Norbert Reithofer (BMW), Bernhard Mattes (Ford), Hans Demant (Opel), Martin Winterkorn (VW) und Dieter Zetsche (DaimlerChrysler).

Erich Klemm, Gesamtbetriebsratvorsitzender von DaimlerChrysler, warnte nämlich ebenfalls vor massivem Jobverlust: »Wenn das so beschlossen wird, dann müssen wir unsere Fabriken schließen, in denen C-, E- und S-Klasse produziert werden. Betroffen wären in Sindelfingen, Untertürkheim und Bremen rund 65 000 Mitarbeiter.« Auch IG-Metall- Chef Jürgen Peters machte Druck auf die EU. In einem Brief an Kommissions-Präsident José Manuel Barroso schreibt der Gewerkschaftsboss, er bitte »eindringlichst um Aufschub der Entscheidung über die EU-Direktive, damit eine Beteiligung der Gewerkschaften an der europäischen Meinungsbildung möglich ist«.

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