Trotz der erklärten Gefahren der für uns unsichtbaren ultravioletten Strahlung, baden sich Sommer für Sommer wahre Menschenmassen in der gleißenden Sonne. Schließlich gilt ein bräunlicher Teint als attraktiv. Cosmophasis Umbratica, die zur Familie der Springspinnen gehört, nutzt die UV-Strahlung ebenfalls für ihr gutes Aussehen. Denn erst in diesem Licht erscheinen ihre potentiellen Partner begehrenswert.

Herausgefunden haben das Forscher um Matthew Lim von der National University of Singapore. Sie studierten das Verhalten der bei ihnen heimischen Spinnentiere unter verschiedenen Bedingungen. Anders als wir Menschen können die Spinnen das Sonnenspektrum von infraroten bis ultravioletten Wellenlängen wahrnehmen. Besonders empfindlich sind ihre Augen für UV-Strahlung. Unter diesem Licht fluoreszieren Teile ihres Körpers und erregen damit das Interesse des anderen Geschlechts.

Kleine Schuppen an Körper und Gesicht der männlichen Spinnen reflektieren das UV-Licht und werden den Weibchen während seines Balzrituals präsentiert. Den Damen fehlen solche Schuppen. Dafür besitzen sie spezielle Fühler, die im UV-Licht grünlich fluoreszieren. Werden die Damen nun von einem Männchen umworben, krümmen sie ihre Beine und ihren Unterleib. Manchmal rennen sie einfach davon, um kurz darauf wieder an den Ort des Geschehens zurückzukehren.

Filterten die Wissenschaftler die UV-Strahlung aus dem Licht änderte sich das Paarungsverhalten schlagartig. Die Weibchen, die sich eben noch eifrig bemühten, reagierten nicht mehr auf das farblose Männchen und wendeten sich ab. Nichtfluoreszierende Weibchen fanden von den Spinnenmännern aber ebenso wenig Beachtung.

Die Färbung der Spinnen unter ultravioletter Strahlung scheint somit eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Balz zu sein, folgern Lim und sein Team. Und dabei müssen sie sich keine Sorgen um Hautschädigungen machen. Von ihren reflektierenden Schuppen könnten sich die Wissenschaftler vielleicht sogar einige Tricks für den Sonnenschutz abschauen.