Kein Ausbruch aus der Krise, kein Abrutschen in das Tal der Tränen: Bayern München verliert nur knapp im Hinspiel des Champions League-Achtelfinales gegen Madrid. Mark van Bommel hat seinem Team die Hoffnung auf den Einzug ins Viertelfinale der Champions League erhalten. Mit einem wuchtigen 18 Meter-Schuss gelang dem Niederländer am Dienstagabend kurz vor Schluss der wichtige Treffer zum 2:3. Vor 80 000 Zuschauern im Bernabeu-Stadion hatte es lange Zeit nach einem weiteren Rückschlag für die Bayern ausgesehen. Schon in der ersten Halbzeit sind die Münchener durch Raul und Ruud van Nistelrooy ins Hintertreffen geraten waren.

Ohne Ordnung in der Abwehr, lange Zeit gehemmt und verkrampft im Spiel nach vorne: Die Verunsicherung nach den jüngsten Auswärtspleiten in der Bundesliga war auch in Spaniens Hauptstadt bei jeder Bayern-Aktion förmlich spürbar. Vor allem in der Defensive mit Daniel van Buyten und Martin Demichelis als Schwachstellen fehlte allzu oft die Zuordnung zum Gegner.

"Ich bin ein bisschen sprachlos", sagte Club-Präsident Franz Beckenbauer zur Halbzeit im Fernsehsender Premiere sichtlich verärgert und sprach von "Schüler-Fehlern" in der Abwehr. Selbst Owen Hargreaves hatte in seinem ersten Champions- League-Spiel der Saison außer Laufbereitschaft nicht allzu viel zu bieten. Allein Lucio behielt im Deckungszentrum die Übersicht.

Die mit großen Hoffnungen verbundene Hereinnahme von Lukas Podolski wirkte sich nicht belebend auf das Offensivspiel aus. Der Ex-Kölner erhielt ebenso wie sein Sturmpartner Roy Makaay kaum brauchbare Anspiele und fand nie Bindung zum Spiel. In einem heftigen Disput mit Mark van Bommel zu Beginn der zweiten Halbzeit entlud sich der ganze Frust Podolskis, der später Pizarro Platz machen musste.

Die Mannschaft von Trainer Fabio Capello, dessen vorzeitiger Abschied aus Madrid spanischen Medienberichten zufolge längst beschlossene Sache ist, wirkte von Anfang an entschlossener und hatte in Beckham die überragende Figur des Spiels in ihren Reihen. Der Engländer, den Bayern-Manager Uli Hoeneß bei Bekanntgabe seines Wechsels in die USA als Hollywood-Star verspottet hatte, spielte in Weltklasseform und vor allem bei Standard-Situationen seine Stärken aus. Neben ihm fand in Raul ein weiterer "Galaktischer" zu alter Spritzigkeit zurück.