Trotz des Anschlags auf einen grenzüberschreitenden Zug haben die rivalisierenden Atommächte Indien und Pakistan ihre Friedensbemühungen unterstrichen. Das planmäßige Treffen der Außenminister beider Länder sei Ausdruck dieser Entschlossenheit, sagte Indiens Ressortchef Pranab Mukherjee nach einem Gespräch mit seinem pakistanischen Kollegen Khursheed Mehmood Kasuri am Mittwoch in Neu-Delhi.

Eine gemeinsame Anti-Terror-Expertengruppe soll erstmals in knapp zwei Wochen in Islamabad zusammenkommen. Mukherjee sagte, Ziel des neuen Anti-Terror-Gremiums sei, Informationen zu teilen und auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse zu handeln. Der Anschlag in der Nacht zu Montag in Nordindien werde weit oben auf der Tagesordnung bei dem Treffen in Islamabad am 6. März stehen.

Indien werde Pakistan an den Ergebnissen der Ermittlungen zu dem Anschlag teilhaben lassen. Kasuri ergänzte, der Anschlag auf den Zug, bei dem am Sonntag 68 Menschen getötet worden waren, unterstreiche die Notwendigkeit des Dialogs.

Beide Seiten unterzeichneten eine Vereinbarung, die Unfälle im Zusammenhang mit ihren Atomarsenalen ausschließen soll. Ansonsten brachte das Treffen wenig Fortschritte in den Bemühungen, die Spannungen in der Region abzubauen.

Politik-Experten bezeichneten es jedoch als Ausweis neuer diplomatischer Reife, dass das Ministertreffen trotz des Anschlags zu Stande gekommen sei. Das unterscheide sich von früheren Gelegenheiten, in denen beide Seiten einander lediglich Vorwürfe gemacht hätten.