Verkehrte Welt in der Bundesliga und der Politik. Die CDU macht sozialdemokratische Politik und der FC Mainz 05 eilt von Sieg zu Sieg. Gerade noch Tabellenletzter und scheinbar erster Absteiger, nun führt die Klopp-Truppe aus der Pfalz jetzt die Rückrundentabelle an. Ausgerechnet die siebenfache glückliche Mutter Ursula von der Leyen weckt die konservative Angst vor weiblichen Gebärmaschinen und vor dem Sozialismus durch die Hintertür. Lechts und rinks. Oben und unten. Arm und reich. Manchmal kann man dies alles doch velwechsern.

Scheinbar souverän schießt sich der SV Mainz 05 nach oben. Zwei schnelle Tore gegen die bislang beste Abwehr der Liga. Der Ägypter Mohamed Zidan ist überhaupt nicht mehr zu stoppen, nicht von Nürnbergs Abwehrchef Dominik Reinhardt und auch nicht von Rafael Schäfer, dem neuen Star am deutschen Torhüterhimmel. Auf nichts kann man sich mehr verlassen. Auch nicht auf Hannover 96, gleich vier Tore schossen die Messestädter gegen Dortmund.

Die grauen Mäuse der Bundesliga drängen in den UEFA-Cup und der Karnevalsverein siegt auch nach dem Aschermittwoch. Meister will offenbar auch niemand werden. Schalke verliert, Stuttgart und Bremen erringen nur Unentschieden. Der beste Sturm der Liga hat Ladehemmungen. Miroslav Klose ist mental schon in Mailand oder in London oder in Barcelona, auf jeden Fall nicht auf dem norddeutschen Platz. Ja wollen die da oben etwa die Bayern wieder rankommen lassen? Und heißt das, dass auch der Stoiber noch mal zurückkommt?

So weit wird es wohl nicht kommen. Denn bevor der CSU-Mann wieder ins Spiel kommt, mischt erst einmal Ursula von der Leyen, der neue Star am Unionshimmel, die Politik auf. Wäre sie Fußballerin, gäbe die Familienministerin wohl eine gute rechte Verteidigerin ab. Den Laden hinten dicht halten, aber Drang nach vorne zeigen, kurz vor dem gegnerischen Strafraum in die Mitte ziehen und sobald sich eine Lücke auftut, den Ball links oben in den Winkel schlenzen, nicht mit Gewalt, sondern mit Gefühl. Solche Spieler lassen die Roten derzeit ganz schön alt aussehen.

Aber Obacht, ein Spiel dauert eine Legislaturperiode und im Kampf um den begehrten Politik-Pokal, Spitzname Kanzleramt, bietet die deutsche Sozialdemokratie jede Menge talentierte Fußballer auf. Selbst ohne Gerhard "Acker" Schröder, der seine aktive Laufbahn beendet hat. An der massiven Innenverteidigung um Abwehrchef Kurt Beck und seinen Adlatus Hubertus Heil kommt so schnell keiner vorbei. Zumal sich bei auch bei den linken Gleichmachern langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass bei einem guten Spiel nicht jeder mal den Ball halten muss.