Einem breiten Gürtel gleich ziehen sich die vom Dengue-Fieber betroffenen Gebiete um den Äquator. Die Virusinfektion tritt vor allem in den Tropen und Subtropen auf, also in Südostasien, in der Karibik, im Pazifikraum und im tropischen Afrika sowie in Mittel- und Südamerika und auf dem indischen Subkontinent. Übertragen wird das Denguevirus aber nicht direkt, sondern durch die Weibchen der Gelbfiebermücke oder des asiatischen Tigermoskito.

Nach der Infektion mit dem Virus vergehen zwei bis zehn Tage, bis die Krankheit ausbricht. Plötzlich setzen dann Fieber, Kopfschmerzen, starke Muskel- und Gliederschmerzen ein. Mitunter kommt es auch zu einem flüchtigen Ausschlag. In der Regel heilt die Krankheit nach einer ausgedehnten Erholungsphase langsam aus. Ein wirksames Medikament für eine gezielte Therapie gibt es noch nicht, wie bei einem Schnupfen lassen sich allein die Symptome lindern.

Schlimm wird das erst, wenn die meist komplikationslose Infektion dann doch einen ernsten Verlauf nimmt, wie beim hämorrhagischen Dengue-Fieber mit inneren Blutungen oder dem Dengue-Schocksyndrom. Sie werden insbesondere bei wiederholter Infektion mit einem fremden Virustyp beobachtet. Anzeichen für einen schweren Verlauf sind ein zweiter Fiebergipfel, ein deutlich verschlechterter Allgemeinzustand, Schock sowie Blutungen in Haut, Schleimhäuten und inneren Organen. Derartig schwere Verläufe mit hohen Todesraten treten vorwiegend bei Kindern auf.

Um der Virusinfektion vorzubeugen, bleibt nur der Schutz vor Mückenstichen. An einer Impfung wird zwar geforscht, bislang ist jedoch kein Produkt auf dem Markt. Auch gibt es keine prophylaktischen Medikamente, wie zum Beispiel gegen Malarie. In gefährdeten Gebieten sollten Reisende den Brutplätzen der Insekten aus dem Weg gehen. Hautbedeckende Kleidung, Mückensprays, imprägnierte Moskitonetze und Klimaanlagen eignen sich ebenfalls, um eine Infektion zu vermeiden.

In den 1950er Jahre wurden die ersten Fälle von Dengue-Fieber bei einer Epidemie auf den Philippinen und in Thailand registriert. In den letzten 20 Jahren kam es zu einem erheblichen Anstieg der Erkrankungsfälle und zu vermehrten Epidemien. Besonders in Asien und Lateinamerika. Die WHO schätzt die Zahl der Erkrankungen weltweit auf etwa 50 Millionen pro Jahr - Tendenz steigend. Darunter etwa 22.000 Todesfälle. Für diese Entwicklung wird der Rückgang von Mückenbekämpfungsmaßnahmen und eine Zunahme von potenziellen Brutstätten verantwortlich gemacht. Viele Armenviertel in den Tropen sind voller Müll und selbst kleinste Wasseransammlungen reichen den Mücken als Brutplatz. Auch die gestiegenen internationalen Reisen zählen zu den Ursachen, da sie die Durchmischung der Virustypen vorantreiben.

Auch in Deutschland gehört Dengue zu den häufig importierten Virusinfektionen. Im Jahr 2006 wurden laut Robert Koch Institut etwa 160 Fälle von Dengue-Fieber in Deutschland gemeldet, wobei von einer starken Untererfassung auszugehen ist.

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