Vertreter der fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates und Deutschlands haben am Montag in London über das Vorgehen im Atomstreit mit Teheran beraten. Wie der britische Fernsehsender BBC berichtete, ging es unter anderem um mögliche Reisebeschränkungen für Mitarbeiter am iranischen Atom- und Raketenprogramm. Der Iranische Chefunterhändler Ali Laridschani: Gesprächsbereit - aber unter bestimmten Voraussetzungen BILD

Ein Sprecher des britischen Premierministers Tony Blair sagte, es gebe den Wunsch, noch weiter zu gehen, als die bisher vom UN-Sicherheitsrat verhängten Sanktionen. Die Gespräche seien ein Zeichen der Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft im Konflikt mit Teheran, erklärte der Sprecher weiter. Mit konkreten Ergebnissen sei aber noch nicht zu rechnen.

Der iranische Chefunterhändler Ali Laridschani erklärte am Montag, sein Land sei zu Gesprächen mit den USA bereit, doch müsse jede Offerte über amtliche Kanäle und nicht über Medien erfolgen. Auch müssten solche Gespräche «konstruktiv und vernünftig» verlaufen, sagte er während eines Besuches in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria. Laridschani bezog sich auf die über Medien erfolgten Gesprächsangebote der amerikanischen Außenministerin Condoleezza Rice, die allerdings als Voraussetzung ein Aussetzen des iranischen Urananreicherungsprogrammes fordert. Dies lehnt Teheran bisher strikt ab. Eine UN-Frist zur Einstellung der Urananreicherung ist inzwischen verstrichen.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad beharrte am Sonntag trotz internationaler Warnungen auf der bisherigen iranischen Position zum Atomprogramm. Sieben einflussreiche muslimische Staaten warnten vor einer Eskalation des Konflikts, nachdem US-Vizepräsident Richard Cheney während eines Besuches in Australien erneut einen Militärschlag gegen den Iran nicht ausgeschlossen hatte.

Das US-Verteidigungsministerium beschäftigt sich nach Informationen des Journalisten Seymour Hersh mit ernsthaften Planungen für einen Luftangriff auf den Iran. Falls Bush den Befehl gebe, könnten die USA den Iran innerhalb von 24 Stunden angreifen, sagte er am Sonntag. Er habe den Eindruck, dass Bush nicht aus dem Amt scheiden werde, ohne etwas gegen den Iran zu tun. «Ich weiß nicht, was ihn aufhalten kann, weil er der Präsident ist», sagte Hersh.

Beim Generalstab im Pentagon sei eine spezielle Einsatzgruppe mit den Vorbereitungen der Angriffe beschäftigt, berichtete Hersh. «Derzeit laufe eine Feinabstimmung der Ziele.» Verteidigungsminister Robert Gates und das Pentagon hatten vor Erscheinen des Beitrages versichert, dass es keinerlei Kriegsvorbereitungen gebe.