Ein umfassendes Klimaschutzprogramm hat Merkel in Aussicht gestellt. Nach Gesprächen mit Frankreichs Präsident Jacques Chirac versprach die EU-Ratspräsidentin im brandenburgischen Meseberg für den EU-Gipfel am 8. und 9. März konkrete Beschlüsse.

Der scheidende Präsident Chirac sagte Merkel für den Kampf gegen den weltweiten Klimawandel seine Unterstützung zu. Maßgeblich geht es darum, den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid zu verringern und das Klimaschutzabkommen von Kyoto umzusetzen. Ebenfalls im Gespräch ist eine europaweite CO2-Steuer für Autofahrer.

Die EU werde alle anderen Staaten ebenfalls zum Mitmachen auffordern, betonte Merkel. Schließlich sei Europa nur für 15 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich: "Das heißt, 85 Prozent entstehen woanders." Vor allem die USA, China und Indien seien gefordert. Auch als G8-Präsidentin will Merkel künftig verstärkt ökologische Impulse setzen.

Bereits auf ihrer alles andere als launigen Aschermittwochrede im mecklenburg-vorpommerischen Demmin hatte Merkel dem Klimaschutz zentrale Bedeutung zugemessen. Die jüngst veröffentlichten Forschungsergebnisse hätten die massive Bedrohung der Welt abermals vor Augen geführt. Wenn die Entwicklung so weiter gehe, sagte Merkel, werde es auf der Zugspitze im Jahr 2020 keinen Gletscher mehr geben und in Spanien und Portugal ganze Regionen versteppen. "Wir müssen etwas tun und dabei in Deutschland und Europa anfangen".

Mit Blick auf ihren Koalitionspartner SPD sagte sie: "Wer bis 2020 aus der Kernenergie aussteigen will, muss sagen, wo anders er einsteigen will, ohne neuen Ausstoß von Kohlendioxid zu erzeugen."

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