Der Augsburger Bischof, der wegen seiner Wortwahl scharf kritisiert worden war, griff zu einem beliebten Trick von Politikern. Das Wort "Gebärmaschine" sei "ganz eindeutig aus dem Zusammenhang meiner Stellungnahme herausgerissen" worden, sagte Mixa am Sonntag in der ARD-Sendung Sabine Christiansen .

Mixa bedauerte die an dem Begriff entzündete öffentliche Debatte. Von seiner Grundhaltung wollte er aber nicht abweichen: Frauen müssten die Möglichkeit haben, in den ersten drei Jahren ausschließlich für das Kind da zu sein, ohne diskreditiert oder benachteiligt zu werden.

Der katholische Bischof hatte die Forderung von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen zum massiven Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen als kinderfeindlich und ideologisch verblendet bezeichnet. Diese Politik diene nicht in erster Linie dem Kindeswohl oder der Stärkung der Familie; sie sei vorrangig darauf ausgerichtet, junge Frauen als Arbeitskraft-Reserve für die Industrie zu rekrutieren. Damit würden Frauen zur "Gebärmaschine" degradiert.

Diese Äußerungen hatten heftige Reaktionen ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte sich am Wochenende ausdrücklich hinter ihre Ministerin. "Frau von der Leyen möchte das Programm der Union verwirklichen: Mütter und Väter sollen bei der Erziehung der Kinder Wahlfreiheit haben, so weit das staatliche Rahmenbedingungen ermöglichen können", sagte Merkel.

Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck verglich Mixa indirekt mit einem kastrierten Kater. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Berliner Bischof Wolfgang Huber, distanzierte sich von seinem katholischen Amtskollegen: "Ich bin über die Wortwahl wie über die Aussage sehr erstaunt." Ähnlich äußerte sich der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Hans-Joachim Meyer.

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