Es wirkt paradox: Obwohl keine der beiden noch im Wettbewerb um den Uefa-Cup verbleibenden deutschen Mannschaften am Donnerstagabend siegte, folgt Jubel auf ihre Auftritte. Denn beide, Bayer Leverkusen wie Werder Bremen, ziehen ins Achtelfinale ein - dank ihrer Hinspielsiege.

Werder Bremen unterlag Ajax in der Amsterdam Arena mit 1:3. Nur in der ersten Halbzeit gelang es der Mannschaft von Thomas Schaaf, dem Gegner etwas entgegenzusetzen. Zwar führten die Niederländer nach drei Minuten durch einen Treffer von Leonardo, aber schon kurze Zeit später glich Bremen aus. Stürmer Hugo Almeida verwertete eine Vorlage von Nationalspieler Tim Borowski.

Erschreckend dann das Bild des Teams in der zweiten Halbzeit: Bremen spielte apathisch und ohne Offensivdrang. Ajax witterte die Chance und nutzte sie durch die Tore von Huntelaar und Babel. Mit Hilfe der starken Paraden von Torwart Tim Wiese rettete sich Werder über die Zeit. Nur er überzeugte im Spiel des schwachen Bundesligadritten. Die Abwehr der Deutschen hingegen wirkte gegen die quirligen Stürmer Amsterdams unsicher und hatte große Schwierigkeiten, ihr Spiel zu koordinieren. Im Mittelfeld gelang es lediglich Diego, der zur Halbzeit ausgewechselt wurde, gefährliche Aktionen einzuleiten. Im Sturm fand, wie in den letzten Partien, Nationalstürmer Miroslav Klose keine Bindung zum Spiel.

Doch durch den 3:0-Sieg im Hinspiel qualifizieren sich die Norddeutschen - dank des besseren Torverhältnisses - für die nächste Runde. Bremen trifft im Achtelfinale nun auf den spanischen Verein Celta Vigo, muss sich aber deutlich steigern, um noch Chancen auf den Titel zu haben.

Leverkusen genügte nach dem 3:2-Hinspielerfolg bei den Blackburn Rovers ein 0:0-Remis, um im Uefa-Pokal in die Runde der letzten 16 einzuziehen. Bayer spielte im Ewood Park gegen den englischen Erstligisten eine kämpferisch und taktisch ansprechende Partie, deutlich besser als während der zuletzt enttäuschenden Auftritte im Bundesliga-Alltag.

Trainer Michael Skibbe fasst die Partie passend zusammen: "Am Ende konnte wir froh sein, dass das 0:0 gehalten hat. In der Summe beider Spiele sind wir aber verdient weiter. Das war aufopferungsvoll. Wir sind sehr zufrieden." Auch aus der Vereinsführung gab es ein Lob für das Team: "Defensiv lief es rund. Wir sind noch dabei, damit hätten viele nicht gerechnet. Im Fußball zählt aber nur das Ergebnis", sagte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

So gut Leverkusen in der Abwehr stand, so schlecht setzten sie die von Skibbe vor der Partie geforderten "Nadelstiche" im Angriff um. Im Achtelfinale trifft Bayer nun auf den RC Lens und kann weiter vom Finale am 16. Mai in Glasgow träumen, wo die Werkself vor fünf Jahren im Champions-League-Endspiel gegen Real Madrid unterlag.

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