Wie kann fürs Alter sparen, wer im Ausland lebt und arbeitet? Mit dieser Frage beschäftigte sich, ganz grundsätzlich, die Kolumne der vergangenen Woche . Dabei sollte es ursprünglich gar nicht ums Ausland generell gehen, sondern vor allem um Möglichkeiten der Altersvorsorge für Deutsche, die Shanghai als neue Heimat auserkoren haben.

In Chinas Boomstadt nämlich arbeitet seit drei Jahren der Stadtplaner und Architekt Matthias B. Er wollte wissen, was er aus der Ferne für seine Altersvorsorge tun könne und müsse. Darauf eine Antwort zu geben, ist gar nicht so einfach, denn mit China hat der deutsche Staat - anders als mit anderen Ländern - kein Sozialversicherungsabkommen geschlossen . Stattdessen gibt es zwar ein sogenanntes Entsendeabkommen, doch dieses gilt nur für maximal zweijährige Aufenthalte.

Die Konsequenz für Matthias B.: Von der deutschen Rentenversicherung hat er nicht viel zu erwarten. Selbst wenn der 41-Jährige Ansprüche erworben haben sollte, indem er vor seinem Aufenthalt in Shanghai in die Rentenkassen einzahlte und ihm Ausfallzeiten aus Wehr- oder Zivildienst und seiner Ausbildung anerkannt werden: Zahlt er in Deutschland keine weiteren Beiträge mehr ein, wird seine Rente äußerst bescheiden ausfallen.

Sich über das chinesische Sozialsystem abzusichern, ist für Ausländer aber praktisch unmöglich. Es würde sich auch nicht lohnen, denn eine chinesische Rente wird - wegen der niedrigen Einkommen im Reich der Mitte - noch niedriger ausfallen als die deutsche. Auf eine betriebliche Absicherung kann der Freiberufler B. auch nicht zählen. Er muss also nahezu komplett privat für sein Alter vorsorgen.

Das klingt mühsam und teuer, bietet aber den Vorteil, dass B. bei seiner Lebensplanung wesentlich flexibler bleibt. Denn ob er bis zur Rente in China bleibt, nach Deutschland zurückkehrt oder in ein anderes Land zieht, ist noch lange nicht sicher. Wofür er sich auch entscheidet: Das privat angesparte Geld kann er ins neue Land transferieren lassen, oder er hat von dort direkten Zugriff auf sein Konto und Depot.

Eine Bankverbindung in politisch sicheren und wirtschaftlich verlässlichen Regionen wie Singapur oder Australien zu eröffnen, könnte in diesem Zusammenhang klug sein. Schließlich weiß niemand, was in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren in China passieren wird, und die politische und wirtschaftliche Stabilität und Sicherheit spielen gerade bei der Kapitalanlage eine große Rolle.