Michael Naumann, Herausgeber der ZEIT , wird im Hamburger Bürgerschaftswahlkampf 2008 als Spitzenkandidat der SPD gegen den CDU-Bürgermeister Ole von Beust antreten. Nachdem die Findungskommission der Partei sich einstimmig auf den ehemaligen Kulturstaatsminister der Regierung Schröder geeinigt hatte, überbrachte der SPD-Vorsitzende Kurt Beck den Vorschlag am späten Dienstagabend.

Beck sagte, er halte Naumann für den "richtigen Mann für Hamburg". Als ehemaliger Staatsminister im Kanzleramt verfüge er über Regierungserfahrung. Der SPD-Vorsitzende begrüßte auch, dass die Hamburger SPD "aus eigener Kraft" aus ihrer schwierigen Lage gefunden habe. Auch der Hamburger Fraktionschef Michael Neumann freute sich über Naumanns Zusage. "Ich bin gleichzeitig erleichtert darüber, dass die Hamburger SPD mit den heute bekannt gegebenen Entscheidungen den Weg aus einer ziemlich schwierigen Situation gefunden hat", sagte Neumann.

Für das Amt des Landesvorsitzenden wurde der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ingo Egloff vorgeschlagen. Die scheidende stellvertretende SPD-Vorsitzende Dorothee Stapelfeldt sagte, die Sozialdemokraten in Hamburg träten nun mit einem starken Team an, um Hamburg sozial gerechter und wirtschaftlich erfolgreicher zu machen. Sie war jüngst bei der gescheiterten Urwahl des Spitzenkandidaten unterlegen. Ihr Kontrahent, der gegenwärtige SPD-Chef Mathias Petersen, äußerte sich noch nicht. Er weilt im Urlaub.

Die Hamburger SPD befindet sich seit Wochen in einer schweren Krise. Zuletzt hatte es Altbürgermeister Henning Voscherau abgelehnt, als Spitzenkandidat für die Bürgerschaftswahl anzutreten. Über die Vorschläge der Findungskommission entscheidet nun am 24. März ein Landesparteitag.

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