Die von der Nato geführte Internationale Schutztruppe Isaf hat am Dienstag ihre Frühjahrsoffensive gegen die Taliban im umkämpften Süden Afghanistans begonnen. Die Isaf teilte mit, die ersten Kräfte der "Achilles" genannten Operation hätten ihre Positionen gegen 5 Uhr in der Provinz Helmand bezogen.

Wenn die Offensive ihren Höhepunkt erreicht haben wird, soll die zeitlich unbefristete Operation mehr als 4500 Isaf-Soldaten und knapp 1000 afghanische Sicherheitskräfte umfassen. Die Taliban haben ihrerseits ebenfalls eine Frühjahrsoffensive und eine Welle an Selbstmordanschlägen angekündigt. Angeblich stehen den selbsternannten Gotteskriegern zwischen 6000 und 10.000 Soldaten zur Verfügung.

Der Regionalkommandeur der Isaf, Generalmajor Ton van Loon, sagte, es handele sich um die bislang größte gemeinsame Operation von Soldaten der Schutztruppe und
afghanischen Truppen. Die "Operation Achilles" sei auf Bitten der Regierung in Kabul begonnen worden und solle zunächst Sicherheit in den Norden Helmands bringen. Dort kontrollieren die Taliban seit mehr als einem Monat den Distrikt Musa Kala.

Die Isaf teilte mit, die Operation werde sich zwar zunächst darauf konzentrieren, die Sicherheitslage zu verbessern. Übergeordnetes Ziel sei aber, die afghanische Regierung dazu zu befähigen, mit dem Wiederaufbau und der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region zu beginnen.

Unterdessen sollen ein britischer Journalist und zwei afghanische Übersetzer von Taliban-Kämpfern festgehalten sein. Die drei Männer seien in der Provinz Helmand unterwegs gewesen, berichtete die britische BBC am Dienstag unter Berufung auf einen Taliban-Sprecher. Ihnen werde Spionage vorgeworfen. Die Männer werden nach dem BBC-Bericht in einem Lager der radikal-islamischen Taliban befragt. Das britische Außenministerium in London sagte, der Vorfall werde derzeit untersucht.

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