Seit Donnerstag können die Eintrittskarten für das Turnier käuflich erworben werden - zumindest in der Theorie. In der Praxis landeten viele Interessenten erst einmal in einer Warteschleife. Der Grund dafür: Wie bei der WM des vergangenen Jahres gibt es nur die Möglichkeit, Eintrittskarten übers Internet zu bestellen. Doch die Internetseite der Uefa ging unter dem Ansturm der Fans schon wenige Stunden nach dem Start des Ticketverkaufs in die Knie.

Für eine weitere unangenehme Überraschung sorgten die Preise. Der Eintritt zu den meisten Spielen kostet mehr als die Tickets der WM in Deutschland. Mindestens 45 Euro müssen die Fußball-Fans für Einzelkarten zu den Gruppenspielen zahlen, dafür erhalten sie ein Ticket in der niedrigsten von drei Kategorien. Bei der WM-Endrunde kamen sie schon für 35 Euro ins Stadion. Nur die Tickets der höchsten Preisklasse sind vergleichsweise günstig: So kostet der teuerste Platz beim Endspiel in Wien 550 Euro, während in Berlin die WM-Finalkarte für 600 Euro zu haben war. Je Kauf werden zusätzlich 20 Euro Verwaltungsgebühr fällig, zumindest für Bestellungen aus Uefa-Mitgliedsstaaten.

Neben den Einzeltickets werden auf www.euro2008.com auch Serienkarten für das Turnier angeboten. Mit diesen Team-Paketen erwirbt der Käufer das Recht, das Spiel seiner Mannschaft von einem Platz der zweiten Kategorie aus über mehrere Partien hinweg zu verfolgen - entweder nur in der Gruppenphase oder während der kompletten Endrunde. Billiger kommt ihn solcher Enthusiasmus jedoch nicht: Für die drei Gruppenspiele berappt er 240 Euro, den Preis dreier Einzelkarten, und das Turnier-Ticket für 865 Euro bietet ebenfalls keinen Rabatt. Immerhin erhält der Käufer sein Geld anteilsmäßig zurück, falls seine Lieblings-Mannschaft vor dem Finale ausscheidet.

Bis zum 31. März sollen nun rund ein Drittel der Turnier-Karten zum Verkauf angeboten werden, und jeder Interessent kann sich pro Spieltag für maximal vier Tickets bewerben. Wer es nicht schafft, schon am ersten Tag sein Interesse anzumelden, soll dadurch keine Nachteile in Kauf nehmen müssen, sagt die Uefa. Übersteigt die Nachfrage das Kontingent, vergibt sie die Karten nicht an die ersten Besteller, sondern verlost sie vielmehr unter allen Bewerbern. So soll jeder die gleiche Chance erhalten.

Wer in dieser Lotterie gewinnt, wird schon im April 2007 benachrichtigt, erhält seine Karten aber erst kurz vor Turnierbeginn per Post. Bleiben danach noch Karten übrig, sollen sie im Juni nochmals angeboten werden. Die zweite offizielle Verkaufsphase startet dann nach der EM-Qualifikation im November.