Zwei schwere Erdbeben haben am Dienstag auf der indonesischen Insel Sumatra mehr als 60 Menschen in den Tod gerissen. Hunderttausende Menschen rannten in Panik auf die Straßen. In der Umgebung von Solok wurden tausende Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Viele Straßen waren unpassierbar. Telefon- und Stromleitungen waren teilweise unterbrochen. In Singapur und Malaysia waren die Erdstöße deutlich zu spüren. Hochhäuser schwankten und wurden vorsorglich geräumt.

"Wir sind noch dabei, Opfer zu bergen, aber viele Straßen sind nicht befahrbar, und die Telefonleitungen funktionieren nicht", sagte der Gouverneur von Westsumatra, Gamawan Fauzi. Bis zum späten Nachmittag hatten die Behörden 68 Tote gezählt.

Die amerikanische Geologiebehörde USGS registrierte die Beben nördlich von Padang und südwestlich von Batusangkar im Abstand von zwei Stunden mit Stärken von 6,3 und 6,1. Das Epizentrum lag nach Angaben der indonesischen Meteorologiebehörde rund 30 Kilometer unter der Erdoberfläche. Die Behörde nannte jeweils 5,8 als Stärke.

Die Stadt Solok mit 100 000 Einwohnern rund 930 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Jakarta lag besonders nah am Epizentrum. Die Einwohner harrten aus Angst vor Nachbeben auch Stunden später noch im Freien aus, sagte Michael Zöller, Projektleiter für Wiederaufbaumaßnahmen der Deutsch-Indonesischen Handelskammer in Banda Aceh im Norden Sumatras.

Auch in der Hafenstadt Padang mit 800 000 Einwohnern brach Panik aus. Aus einem Krankenhaus flüchteten Patienten, Ärzte und Krankenschwestern ins Freie. Schüler saßen vor einer Schule auf dem Bordstein und weinten.

Tausende Menschen spürten die Erdstöße in mehr als 400 Kilometern Entfernung in Singapur und Malaysia. Mehrere Hochhäuser wurden vorübergehend geräumt. Auch in der Deutschen Botschaft, die im 12. Stock des Singapore Landtower im Geschäftsdistrikt liegt, war der Erdstoß spürbar. Das Gebäude sollte zunächst geräumt werden, sagte ein Sprecher, ehe über Lautsprecher Entwarnung gegeben wurde.