„Ich glaube, diese Diskussion war überfällig“, sagt Köhler im Gespräch mit der ZEIT, „und ich bin Frau von der Leyen dankbar für ihren Vorschlag. Unsere Familien und die Gesellschaft insgesamt brauchen unbestreitbar mehr Kinderbetreuungsplätze“.

Die Politik von der Leyens bedeute keine Abkehr vom traditionellen Familienbild, nach dem die Frau hauptsächlich für die Kindererziehung da sein sollte, meint Köhler. „Wenn ein Paar diese Entscheidung so trifft, würde ich sagen: Prima, macht es so!“

„Nur ist die Realität eben, dass auch viele Frauen berufstätig sein wollen und müssen und dass wir viele alleinerziehende Mütter haben“, sagt der Bundespräsident. „Für die brauchen wir mehr Kinderbetreuungsplätze. Nur so wird die Wahlfreiheit in der Familienpolitik glaubwürdig. Deshalb war der Vorstoß von Ursula von der Leyen vernünftig.“

Die Ministerin war wegen ihres Vorstoßes aus der eigenen Partei und vom Augsburger Bischof Mixa zum Teil heftig angegriffen worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere führende Politiker der CDU haben sie dagegen unterstützt. Hintergrund ist das Bemühen der CDU-Führung, ihr Familienbild zu modernisieren, um auch für jüngere Frauen wieder attraktiver zu werden.

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