Als Barbara Plett, Auslandskorrespondentin der BBC, in einem Beitrag für die Sendung From our Correspondents auf Radio 4 erwähnte, beim Abflug des schwerkranken Yassir Arafat nach Paris seien ihr "Tränen in die Augen geschossen beim Anblick dieses großen Mannes", wurde das durchaus mit gewissem Recht als symptomatisch gedeutet für den "bias" zugunsten der Palästinenser, der die Programme der BBC seit Langem durchzieht.

Ein Vorwurf übrigens, der im vergangenen Jahr durch eine von der BBC selbst in Auftrag gegebenen Untersuchung bestätigt wurde.

Doch steht die Episode auch für einen Trend, der in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen hat, gleich ob es sich um Fernsehen, Radio oder Printmedien handelt.

Allen Medien gemein ist die Neigung, immer stärker auf Emotionen zu setzen und dem Subjektiven mehr Raum zu geben. Eine neue Untersuchung untermauert diese These. Die Medienanalysten von "Carma International", einem britisch-amerikanischen Forschungsinstitut, werteten jeweils 400 Artikel der britischen Presse aus den Jahren 1996 und 2006 aus, die um die Themenbereiche "Verbrechen" und "Gesundheit" kreisten. Man verglich Sprache, Wortwahl und Annäherung an die Themen.

Ausgewählt wurden Artikel von drei britischen "tabloids", der Sun, dem auflagenstärksten Massenblatt Großbritanniens, der Daily Mail und des Daily Mirror, sowie von drei sogenannten Qualitätszeitungen, Times, Independent und dem Observer.