Ich bin eine Frau. Also muss ich darauf brennen, in die Rolle der Stella zu schlüpfen. Stella ist die Protagonistin in einem Spiel: „Germany´s Next Topmodel – Das offizielle Spiel zur Show“. Die Sendung von und mit Heidi Klum ist das größte und mittlerweile wichtigste Model-Casting Deutschlands, und das im Fernsehen. BILD

Die Stella im Computerspiel will jedoch nicht Topmodel werden, sondern Designerin. Mit ihrer Hilfe kann auch ich, die ich ansonsten keine Ahnung von Mode, Schmuck und Schminke habe, hinter den Kulissen der Modewelt mitmischen. Und in reichlich Glanz und Glamour eintauchen. Das zumindest wird mir versprochen.

Stella passt perfekt in diese Welt, sie ist groß und mager, mit schier endlosen Beinen und Wespentaille. Selbst wie ein Model eben. Auch die anderen Charaktere, die sich an der Modeakademie tummeln, sehen ähnlich aus, schlank, hipp und ziemlich schick. Bis auf eine Ausnahme: Eine Mitstudentin Stellas, die kleine dicke Sandy, muss wohl sehr talentiert sein, um hier aufgenommen worden zu sein. Auf jeden Fall ein erfrischender Kontrast.

Rot, blond, brünett oder schwarz – welche Haarfarbe und welcher Typ darf es sein? Das frage ich mich in der Rolle von Stella auch. Ich muss mir nämlich „mein“ Model auswählen. Es gibt zwei europäische Typen sowie eine Asiatin und eine Schwarze. Ganz international eben, wie in der echten Mode(l)welt auch. Auch diese Damen haben eher zu wenig als zu viel Fleisch auf den Knochen. Wahrscheinlich, weil der virtuelle Alltag eines Models so hart und Schönheit so zeitaufwendig ist (O-Ton aus einem Trailer zum Spiel) – diese Fakten absorbieren Kraft und verbrennen offensichtlich jede Menge Kalorien. BILD

Ich entscheide mich für das asiatische Model Liu. Die guckt so lieb. Meine Aufgabe besteht nun darin, Kleidung und Schmuck für mein Model zu entwerfen. Außerdem muss ich Liu schminken und ihr die richtigen Posen beibringen. Damit es später beim Foto-Shooting und auf dem Catwalk keine Blamagen gibt. Genauso wie in der TV-Show. Wenn ich will, kann ich sogenannte Workshops in Stoffkunde, Make-up, Schmuck und Fotografie besuchen, um mein „Können und Wissen“ zu vertiefen.