Bei Borussia Dortmund wächst die Abstiegsangst. Beim 0:2 (0:0) im Kellerderby gegen den VfL Bochum musste die Mannschaft von Trainer Jürgen Röber die dritte Niederlage in Serie hinnehmen. Damit steht dem noch vor knapp zwei Jahren von der Insolvenz bedrohten Revierclub ein weiterer Überlebenskampf bevor. Vor 31 278 Zuschauern im rewirpower-Stadion stellte Theofanis Gekas mit seinen Saisontreffern 11 und 12 (48./83. Minute) den verdienten Sieg des Gastgebers sicher, der dank des 5. Heimsieges die Abstiegsränge verließ. Dagegen zeigt der Trend der Dortmunder weiter eindeutig nach unten.

Angesichts der prekären Lage - der BVB ist nur noch einen Punkt von einem Abstiegsrang entfernt - entbrannte schon kurz nach dem Schlusspfiff eine Diskussion über die Zukunft von BVB-Trainer Röber. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke verweigerte einen Treueschwur für den erst in der Winterpause verpflichteten Fußball-Lehrer: "Wir stecken nun tief drin im Abstiegskampf und müssen unsere Lage in Ruhe analysieren. Zur Trainerdiskussion sage ich so kurz nach dem Spiel nichts." Anders als Röber sitzt sein Gegenüber Marcel Koller nun wieder fester im Sattel. "Wir hatten das Messer nach dem Spiel in Bremen am Hals. Aber mein Team hat bewiesen, dass es mit dem Druck umgehen kann", sagte der VfL-Coach.

Der Ärger der BVB-Fans entlud sich in einer Protestaktion. Sie blockierten den Dortmunder Mannschafts-Bus bei der Abfahrt aus dem Stadion und zwangen die Profis zu Diskussionen. Die Anhänger warfen den Spielern fehlende Leidenschaft im Abstiegskampf vor.

Die Maßnahmen von BVB-Trainer Röber, sein Team in der Sportschule Kaiserau auf diese Partie vorzubereiten und sie auf einigen Positionen umzustellen, verpufften in der Anfangsphase wirkungslos. Der VfL erwischte den besseren Start. Bereits in der 4. Minute bot sich ihm die große Chance zum 1:0, als der schnelle Angreifer Gekas an BVB-Keeper Roman Weidenfeller scheiterte. Auch danach setzte Bochum den Reviernachbarn, bei dem Torjäger Alexander Frei wegen einer Grippe zunächst nur auf der Bank saß, weiter unter Druck.

Einmal mehr verhinderte Weidenfeller den drohenden Rückstand, als er einen Schuss von Tommy Bechmann aus 16 Metern parierte (28.). Die im Spiel nach vorn nahezu wirkungslosen Dortmunder erspielten sich bis zur Pause lediglich eine Möglichkeit: Doch der Kopfball des ins defensive Mittelfeld beorderten Martin Amedick aus acht Metern ging über das Tor.

Erst nach der Pause gewann die bis dahin erschreckend niveaulose Partie an Qualität. Das Tor von Gekas, der nach Pass von Spielmacher Zvjezdan Misimovic und gewonnenem Laufduell aus zwölf Metern traf, sorgte für Belebung. Der BVB erwachte aus seiner Lethargie und drängte auf den Ausgleich. So traf der bisher torlose Angreifer Nelson Valdez (59.) per Kopf nur den Pfosten. Florian Kringe (64.) und erneut Valdez (66.) verfehlten bei Schüssen das Bochumer Tor knapp.