Vertreter der USA und des Iran haben bei der ersten internationalen Irak-Konferenz in Bagdad erstmals darüber gesprochen, wie man die Gewalt im Irak eindämmen könnte. Der irakische Außenminister Hoschiar Sebari sagte zum Abschluss des eintägigen Treffens, es sei besonders wichtig gewesen, "dass ein Dialog stattgefunden hat zwischen den Vertretern der USA, Großbritanniens, des Irans und Syrien". Dabei sei es ausschließlich um Fragen der Sicherheit im Irak gegangen, erklärte er, in Anspielung auf den Streit um das iranische Atomprogramm. US-Botschafter Zalmay Khalilzad bezeichnete die Gespräche als "sachlich". Es sei dabei darum gegangen, "Probleme zu lösen".

Mit den anderen Teilnehmern wurde laut Sebari auch über das Problem der irakischen Flüchtlinge und Energiefragen diskutiert. Wo und wann ein geplantes Treffen der Anrainerstaaten auf Ministerebene stattfinden werde sei noch unklar, fügte er hinzu. Die irakische Regierung will auch diese Konferenz in Bagdad abhalten. Einige Teilnehmerstaaten bevorzugen einen sichereren Ort, im Gespräch sind Kairo oder Istanbul.

Regierungschef Nuri al-Maliki hatte zu Beginn der Konferenz vor einem terroristischen Flächenbrand gewarnt, der die gesamte Region erfassen könnte. Er bat den Westen und die Anrainerstaaten des Irak um Hilfe im Kampf gegen Terrorgruppen, verbat sich jedoch gleichzeitig jegliche Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes. "Niemand soll sie (die Extremisten) mit Kämpfern, Waffen und Sprengstoff versorgen, mit denen dann unsere Kinder, Frauen und Alten getötet werden", erklärte er.

Zu den Spannungen zwischen den USA und dem Iran sagte Al-Maliki: "Der Irak ist kein Ort, an dem regionale oder internationale Meinungsverschiedenheiten ausgetragen werden sollen". Niemand solle seine offenen Rechnungen auf irakischem Boden begleichen. Die irakische Führung sei auf der anderen Seite aber jederzeit bereit, als Vermittler tätig zu werden.

"Der gleiche Terror, der den Irak bedroht, ist auch eine Gefahr für Nachbarstaaten wie Saudi-Arabien und unsere anderen Partner", betonte Al-Maliki. Vor Beginn des Treffens, das nicht in der von US-Soldaten gesicherten "Grünen Zone", sondern im Außenministerium stattfand, kam es zu bilateralen Gesprächen zwischen den Leitern der Delegationen. US-Botschafter Khalilzad sprach dabei jedoch nicht mit dem iranischen Vize-Außenminister Abbas Arakschi.

Washington wirft dem Iran und Syrien vor, Terrorgruppen und Milizen im Irak zu unterstützen. Teheran und Damaskus fordern einen baldigen Abzug der US-Truppen aus dem Irak.