Nach der Einigung im Streit um sein Kernwaffenprogramm verhandelt Nordkorea mit der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) über die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit. Der IAEA-Generaldirektor Mohammed el Baradei nahm am Dienstag in Pjöngjang erste Gespräche über den vereinbarten Abbau des nordkoreanischen Nuklearprogramms auf. Vier Jahre nach der Ausweisung der Atominspekteure aus Nordkorea hofft El Baradei auf eine baldige Rückkehr seiner Experten in das kommunistische Land.

Während seines zweitägigen Aufenthaltes will der IAEA-Direktor Einzelheiten zur Verwirklichung eines internationalen Abkommens (Sechs-Länder-Gespräche) klären, in dem Nordkorea erste Schritte zur Beendigung seines Atomwaffenprogramms zugesagt hatte. Bei der Ankunft in Pjöngjang sagte El Baradei, er hoffe auf bessere Beziehungen zu Nordkorea und ein "positives Ergebnis" seiner Gespräche.

Mit dem Chef der nordkoreanischen Atomenergiebehörde, Son Mon-san, wird El Baradei über die Bedingungen für die Rückkehr der IAEA- Inspekteure sprechen. Sie sollen die am 13. Februar vereinbarte Abschaltung des Atomreaktors Yongbyon innerhalb von 60 Tagen überwachen. Über die Gespräche äußerte sich Son zurückhaltend: "Wir müssen abwarten."

Mohammed el Baradei wird am Donnerstag zurück in Peking erwartet, wo er voraussichtlich den amerikanischen Chefunterhändler Christopher Hill treffen wird. Hill wollte an diesem Mittwoch nach China reisen, um im Rahmen der Sechser-Gespräche an den Arbeitsgruppen über nukleare Abrüstung sowie über Frieden und Sicherheit in Nordostasien teilzunehmen.

Am Donnerstag wird in Peking auch zum ersten Mal, wie vereinbart, eine Arbeitsgruppe über die Wirtschaftshilfe und Energielieferungen beraten, die Nordkorea im Gegenzug zur nuklearen Abrüstung zugesagt wurden. Der südkoreanische Chefunterhändler für die Atomgespräche, Chun Yung Woo, werde den Vorsitz der Gruppe über Energie- und Wirtschaftskooperation übernehmen, teilte das Außenministerium in Seoul am Dienstag mit.

Die Gruppe ist eine von fünf Arbeitskreisen, auf die sich Nord- und Südkorea, die USA, China, Japan und Russland verständigt hatten. In der vergangenen Woche hatte Nordkorea getrennt mit den USA und Japan erste bilaterale Gespräche geführt, die zu einer Normalisierung der Beziehungen führen sollen.