Paletten, auf denen sich Flachbildschirme stapeln, Lastwagenladungen an Grünpflanzen für die Standdekoration, Leitern und Hebebühnen in den Gängen, kreischende Stichsägen und ein Geruch nach frischen Plastikfolien und heißen Spanplatten: In den 24 Hallen des Messegeländes in Hannover läuft der Aufbau der Cebit auf Hochtouren. Kaum vorstellbar, dass die Großbaustelle sich schon am Mittwochabend beim traditionellen Messerundgang der Bundeskanzlerin im Hochglanz der präsentierten Hightech-Geräte spiegeln wird.

Professioneller Normalzustand herrscht am Tag vor der Eröffnung der weltgrößten Computermesse nur im Kongresszentrum. Hier nutzen Firmen und Lobbyverbände die Gunst der Stunde, um den schon angereisten hungrigen Journalisten ihre neuen Produkte, Jahresbilanzen und politischen Statements zum Fraß vorzuwerfen.

Allen voran Willi Berchtold, Präsident des Branchenverbandes Bitkom. Knapp 200 Seiten umfasst sein Rechenschaftsbericht. Der fällt fast rundum positiv aus. "Die Stimmung in der Wirtschaft und bei den Konsumenten ist bestens", meint er. Nach einem vielversprechenden Jahresbeginn hat Bitkom die Umsatzprognose für 2007 gerade noch einmal erhöht, auf 149 Milliarden Euro.

Wachstumstreiber sind vor allem IT-Dienstleistungen und der Verkauf elektronischer Geräte an Privatkonsumenten. LCD- und Plasmabildschirme, Digitalkameras und DVD-Spieler sollen in diesem Jahr 5,5 Prozent mehr Geld in die Kassen der Mediamärkte spülen als 2006. Die klassische Bildröhre hat praktisch ausgedient, 90 Prozent des Umsatzes an TV-Geräten wird auf die modischen Flachbildschirme entfallen. Auch bei den Computern wird der Flachmann beliebter: Erstmals werden 2007 mehr Notebooks als Desktop-PCs verkauft.